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Ausgabe 22: Gelassen zielstrebig

„Das darf auch sein.“ Diesen Satz verdanke ich einer guten Freundin, sie hat ihn mir vor rund 15 Jahren mit auf den Lebensweg gegeben. Eine Verschiebung der neuen Ausgabe um eine Woche, wenn es darum geht ein aktuelles Buch zu rezensieren – das darf auch sein.

Und es hat gut getan, „Homo Universus“ von Matthias Strolz rasch zu lesen. Umso erfreulicher, dass gleichzeitig am vergangenen Wochenende der Interviewbeitrag von Susanne Glass eingetroffen ist.

Mit dem Start der neuen „Saison“ (auch das politische Jahr folgt z.B. dem Schuljahreszyklus) geht XLNTTLNT nun ins 2. Jahr. Danke fürs Dabeisein, danke fürs Dranbleiben.

Ich freue mich über Weiterempfehlungen, Ideen und was noch kommt!

Event-Tipp/Ausstellung: Gefördertes Potenzial in Venedig

Wer nach Venedig kommt, sollte die kostenlos zugängliche Mitmach-Ausstellung „A World of Potential“ einplanen. Direkt am Markusplatz gelegen, eröffnet es einen Raum für alle Generationen der Inspiration. In den Alten Prokuratien – am Sitz der gemeinnützigen Stiftung der Generali „The Human Safety Net“ – ist dieser Platz immer wieder einen Besuch wert.

 

Buchrezension/Medientipp: „Homo Universus“ (Matthias Strolz) – Aktuelle Antworten eines Suchenden

… von Thomas GOISER

 

Mitte August erschien „Homo Universus“ des früheren Politikers und heutigen Beraters, Coaches und Speakers Matthias Strolz im Buchverlag Edition Platin. Dieser Homo Universus ist resilient, kooperativ, mit dem Ganzen verbunden und entwickelt in einer von globalen krisenhaften Entwicklungen und #KI geprägten Welt seine Begabungen. Er appelliert: „Wir sind aufgerufen, uns selbst in all unseren Dimensionen zu erkennen und zu entfalten“, denn „wo deine Talente und die Bedürfnisse der Zeit sich kreuzen, liegt deine Begabung“, zitiert Strolz Sokrates.

Einerseits enthält das Buch die umfassende Selbstoffenbarung des Autors, andererseits die Anleitung zum Selbstcoaching mit über 30 „Integrationsimpulsen“ im Sinne eines Buffets. Wer Seminare von Matthias Strolz und/oder frühere Bücher von ihm kennt, findet einiges davon in Kurzfassung wieder.

Strolz fordert eine zweite Aufklärung mit einem holistischen Lebensverständnis unter Anwendung der Erkenntnisse der Systemwissenschaften. Zwischendurch erfolgen rasche, nachvollziehbare Ebenenwechsel – vom Selbst bis zur Begegnung mit dem Nächsten und der globalen Entwicklung.

Originell – und verfolgenswert – sind die Gedanken über eine Weiterentwicklung Europas, eine neue globale Organisation, die besser als die UNO funktioniert, und einen weltweiten Feiertag. Den Abschluss macht ein Plädoyer für „Creative Love“. Umso besser, denn wir sind alle miteinander verbunden.

Fazit: Ein Praxisbuch für persönliches Wachstum und ein Appell, sich gemeinsam auf den globalen (Veränderungs-)Weg zu machen. Mögen das auch Menschen außerhalb unseres Kulturraums und unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung so sehen, sobald das Buch auf Englisch erschienen ist!

Der Autor Matthias Strolz ist ist ein österreichischer Unternehmer, Autor und ehemaliger Politiker (Gründer der Partei NEOS). Strolz engagiert sich auch als Präsident der Österreichisch-Liechtensteinischen Gesellschaft.

4 Fragen an … Susanne Glass, Bayerischer Rundfunk

Dr. Susanne Glass, (*1970 in Schwäbisch Gmünd) ist Kriegsreporterin, Hörfunk- und Fernsehjournalistin. Von 1999 bis 2015 berichtete sie für die ARD als Studioleiterin in Wien über Österreich und Südosteuropa. Von 2006 bis 2016 war sie Präsidentin des Verbandes der Auslandspresse in Wien. Sie ist Mitinitiatorin des Europäischen Mediengipfels. Von 2016 bis 2021 war sie als Studioleiterin und Chefkorrespondentin im ARD-Studio Tel Aviv zuständig für Israel und die palästinensischen Gebiete. Derzeit leitet Susanne Glass die Redaktion Ausland und politischer Hintergrund beim Bayerischen Rundfunk.

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Glass: Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie es mir schon ab dem Kleinkind-Alter ermöglicht haben, mich in möglichst vielen Bereichen auszuprobieren und meine Interessen und Begabungen gefördert haben. Sie haben mir vermittelt, dass sie an mich glauben, dass sie Leistung und Disziplin schätzen aber dass auch Scheitern erlaubt ist – wenn man danach wieder aufsteht. Ausschlaggebend war damals wie heute für mich, dass ich meine Talente dann so richtig entfalten kann, wenn ich Menschen an meiner Seite weiß, die mich in ihrer Unterstützung nicht einengen, sondern mich selbstbestimmt und mutig agieren lassen.    

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?

Glass: Wenn mir etwas ungerecht oder ungerechtfertigt erscheint, begehre ich dagegen auf. Am liebsten so lange, bis ich zu einer Veränderung beigetragen habe. Zumindest aber, bis ich mir sicher bin, dass meine Argumente bei den richtigen Stellen gelandet sind.
Misserfolge schmerzen mich. Aber ich verschmerze sie auch, weil ich sie als Ansporn nehme, mich weiterzuentwickeln.    

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Glass: In Bezug auf meine eigene bedaure ich manchmal, dass ich einen Teil meiner künstlerischen Begabung vernachlässigt habe, weil der Tag leider nur 24 Stunden hat. Viel mehr Gedanken, die ich mir mache, betreffen aber den allgemeinen Umgang mit Begabung und damit die nächste Frage.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Glass: Leider ist es weiterhin so, dass Finanzstärke und Beziehungen der Familien ausschlaggebend dafür sind, wie sich Kinder entwickeln können – das bedeutet, nicht die Begabtesten setzen sich durch, oft eher im Gegenteil. Ich fürchte außerdem, dass wir noch zu häufig unter monetären Erfolgsversprechen beurteilen, ob eine Begabung förderungswürdig ist – statt danach, ob sie unsere Gesellschaften in Zeiten bedrohter Demokratien moralisch und ethisch weiterbringt. Wer in Analogie zu der mir ohnehin suspekten Modefloskel „Work-Life-Balance“ glaubt, dass es eine „Begabungs-Life-Balance“ geben sollte, verkennt, dass zu einer erfolgreichen und erfüllenden Talent-Förderung Leidenschaft, Leistungs- und Leidensbereitschaft rund um die Uhr gehören.     

Aviso Sommer 2027: Weltkonferenz der Academy of Management in Wien

Von 30. Juli bis 3. August 2027 wird Wien Austragungsort des globalen Jahrestreffens der Academy of Management (AOM).
In der AOM existieren es u.a. eigene Divisions für Careers, Human Resources, Management Education, Cognition etc. Am Treffen in Philadelphia, das Anfang August zu Ende ging, nahmen mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher teil.
Der Call for Papers/Contributions wird für Herbst erwartet; die Teilnahme ist nur für Mitglieder möglich.