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4 Fragen an … Hannah Fluch, Schülerin der HTL Spengergasse in Wien

Hannah Fluch ist 18 Jahre alt (Juli 2026), Schülerin der HTL Spengergasse und Präsidentin des Hochbegabtenprogramms ihrer Schule.
Neben der Schule realisiert sie eigene Projekte mit Unternehmen im Bereich KI und CyberSecurity und hält Vorträge bei Kongressen zu diesen Themen. International ist sie Teil des österreichischen Nationalteams bei der European Cybersecurity Challenge (9. Platz 2025) und gewann u.a. die Finals der Austrian Cybersecurity Challenge 2025 und den Bundeswettbewerb für Künstliche Intelligenz 2024.
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hannahfluch/ ; GitHub: https://github.com/hannahfluch

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Fluch: Angefangen hat es mit Physikbüchern – am Anfang des Gymnasiums habe ich einfach angefangen, mich in Themen reinzulesen, die mich interessiert haben, ohne dass das jemand von mir verlangt hätte. Mit 12 habe ich dann zu programmieren begonnen, und ab da hat sich mein Interesse immer stärker in diese Richtung entwickelt. Den größten Sprung habe ich aber gemacht, als ich in der HTL Spengergasse plötzlich von Leuten umgeben war, die ähnliche Interessen hatten wie ich. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten, war der Punkt, an dem sich meine Begabung wirklich entfalten konnte.

Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?

Fluch: Meine Eltern haben das eigentlich immer gut gemacht – sie haben mir Freiraum gegeben, eigenen Interessen nachzugehen. Bei manchen Lehrer:innen war das früher anders, da gab es öfter den Versuch, mich in eine bestimmte Richtung zu drängen, statt meine Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik einfach ernst zu nehmen. In der HTL ist das schon deutlich besser geworden, auch wenn es die eine oder andere Bevormundung noch gibt. Ich glaube, es hätte insgesamt geholfen, wenn früher mehr Vertrauen da gewesen wäre, dass ich selbst am besten weiß, was für mich passt.

Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Fluch: Mich beschäftigt die Frage, ob man Begabte eher zur Spezialisierung ermutigen sollte oder ob es wichtiger ist, ihnen möglichst viele unterschiedliche Eindrücke zu ermöglichen. Bei mir hat sich das Interesse selbst verschoben – früher war es Physik, jetzt ist es IT – und ich frage mich, ob genau dieser Wechsel nur möglich war, weil ich nicht zu früh auf einen Bereich festgelegt wurde.

Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Fluch: Für mich war der entscheidende Faktor, mit Leuten mit ähnlichen Interessen umgeben zu sein. Begabungsförderung sollte deshalb nicht nur bei Inhalten oder Programmen ansetzen, sondern vor allem Räume schaffen, in denen sich Gleichgesinnte finden können – das war für mich wertvoller als jedes einzelne Angebot.