Antje Diller-Wolff ist studierte Medien- und Sprachwissenschaftlerin und bekannt als Moderatorin, Live-Reporterin, Autorin und Sprecherin für Medien wie ZDF (37 Grad), arte (arte:Re), Spiegel TV und NDR. Sie leitet das Team von shs medien und wurde vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbild-Unternehmerin ausgezeichnet. Sie war Dozentin an der Nanyang University Singapore am Lehrstuhl für Journalistik und Kommunikationswissenschaften und lehrt heute an der Macromedia-Hochschule Hamburg und Berlin die Fächer Journalistik und Kommunikationskompetenzen.
Sie trainiert bundesweit PolitikerInnen und Führungskräfte für öffentliche Auftritte und moderiert bundesweit Veranstaltungen, Tagungen und Podien in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Bildung. Antje Diller-Wolff ist außerdem ausgebildet am internationalen Centrum für Begabungsforschung als Coach für Hochbegabte. Sie ist seit zehn Jahren Mitglied bei Mensa und Intertel. Ehrenamtlich leitet sie einen Infokreis Hochbegabung für Eltern, Lehrkräfte und Pädagoginnen, hält Vorträge und macht Schulungen für Lehrerkollegien.

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Diller-Wolff: Als die Schule endlich vorbei war. Ich hatte ein miserables Abi von 3,4 nach einer furchtbaren Mobbing-Schulzeit und war selten im Unterricht. Mit einem Praktikum beim lokalen Radiosender entdeckte ich meine absolute Leidenschaft. Zum ersten Mal habe ich mich für etwas zerrissen.
Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?
Diller-Wolff: Verstehen eher. Was das Mobbing und Nicht-Gesehen-werden mit einem Kind macht. Warum ich so viel hinterfragt habe. Ich wollte niemanden ärgern. Nur viel wissen und klären. Meine Familie (die mit Sicherheit alle hochbegabt waren) haben an mir nichts ungewöhnliches feststellen und unterstützen können.
Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Diller-Wolff: Warum selbstverständlich musikalische und sportliche Begabungen krass gefördert und unterstützt werden und diese Förderung gesellschaftlich absolut anerkannt wird. Intelligenz nicht.
Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Diller-Wolff: Die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas müssen geschult und alert sein. Sie sind im Bestfall die ersten, die Eltern darauf aufmerksam machen, dass ein Kind nicht der Norm entspricht. Die Karg-Stiftung in Deutschland beispielsweise schult Fachkräfte und sensibilisiert. Und es muss auch da und unmittelbar in der Grundschule verfügbares Forder-Material geben. Differenzierung beginnt bitte schon in der Kita.