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Ausgabe 15: Dabei sein und gestalten

Starke Tagen in München erlebten rund 1.700 Gäste beim Jahrestreffen von Mensa in Deutschland. Der Interviewgast in dieser Ausgabe, Antje Diller-Wolf, war mit dabei. In Lilienfeld in Niederösterreich wiederum sprachen interessierte Pädagoginnen und Pädagogen über „begabende Schulen“, darüber berichtet mit Wolfgang Ellmauer einer der maßgeblichen Organisatoren. Danke für die Beiträge!
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4 Fragen an … Antje Diller-Wolff, Journalistin und Trainerin

Antje Diller-Wolff ist studierte Medien- und Sprachwissenschaftlerin und bekannt als Moderatorin, Live-Reporterin, Autorin und Sprecherin für Medien wie ZDF (37 Grad), arte (arte:Re), Spiegel TV und NDR. Sie leitet das Team von shs medien und wurde vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbild-Unternehmerin ausgezeichnet. Sie war Dozentin an der Nanyang University Singapore am Lehrstuhl für Journalistik und Kommunikationswissenschaften und lehrt heute an der Macromedia-Hochschule Hamburg und Berlin die Fächer Journalistik und Kommunikationskompetenzen.
Sie trainiert bundesweit PolitikerInnen und Führungskräfte für öffentliche Auftritte und moderiert bundesweit Veranstaltungen, Tagungen und Podien in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Bildung. Antje Diller-Wolff ist außerdem ausgebildet am internationalen Centrum für Begabungsforschung als Coach für Hochbegabte. Sie ist seit zehn Jahren Mitglied bei Mensa und Intertel. Ehrenamtlich leitet sie einen Infokreis Hochbegabung für Eltern, Lehrkräfte und Pädagoginnen, hält Vorträge und macht Schulungen für Lehrerkollegien.

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Diller-Wolff: Als die Schule endlich vorbei war. Ich hatte ein miserables Abi von 3,4 nach einer furchtbaren Mobbing-Schulzeit und war selten im Unterricht. Mit einem Praktikum beim lokalen Radiosender entdeckte ich meine absolute Leidenschaft. Zum ersten Mal habe ich mich für etwas zerrissen.

Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?

Diller-Wolff: Verstehen eher. Was das Mobbing und Nicht-Gesehen-werden mit einem Kind macht. Warum ich so viel hinterfragt habe. Ich wollte niemanden ärgern. Nur viel wissen und klären. Meine Familie (die mit Sicherheit alle hochbegabt waren) haben an mir nichts ungewöhnliches feststellen und unterstützen können.

Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Diller-Wolff: Warum selbstverständlich musikalische und sportliche Begabungen krass gefördert und unterstützt werden und diese Förderung gesellschaftlich absolut anerkannt wird. Intelligenz nicht.  

Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Diller-Wolff: Die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas müssen geschult und alert sein. Sie sind im Bestfall die ersten, die Eltern darauf aufmerksam machen, dass ein Kind nicht der Norm entspricht. Die Karg-Stiftung in Deutschland beispielsweise schult Fachkräfte und sensibilisiert. Und es muss auch da und unmittelbar in der Grundschule verfügbares Forder-Material geben. Differenzierung beginnt bitte schon in der Kita.

Medientipp: Podcast „Aktiv Zugehört“ – Veränderungsperspektive*2

Coaching-Akademie-Gründer Timo Schlage und Psychotherapeutin Frauke Niehues bringen im gemeinsamen Podcast „Aktiv Zugehört“ (hier der Link zu Spotify) ihre Perspektiven in den Dialog miteinander.
Ihr gemeinsames (kostenloses) Angebot richtet sich an erfahrene Therapeuten und Coaches, angehende Coaches sowie Menschen, die neue Impulse für ihre eigene Entwicklung suchen. Aktuell (April 2026) sind über ein Dutzend Folgen online, darunter einige auch mit externen Gästen wie etwa Maja Storch und Gerald Hüther.

Gastbeitrag: Symposium zur Begabungsförderung in Lilienfeld

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Ellmauer, KPH Wien/Niederösterreich

Von 10.-11. April fand im Stift Lilienfeld (NÖ) das „Symposium zur Begabungsförderung“ statt, das in einer Kooperation des Vereins ECHA (European Council for High Ability), der KPH Wien/NÖ und der PH NÖ veranstaltet wurde. Unter dem Motto „Begabende Schulen gemeinsam gestalten“ nahmen Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Personen der Schulbehörden aus ganz Österreich teil.

Die drei Keynote-Vorträge von Prof. Heinz-Werner Wollersheim (Universität Leipzig), Prof. Katharina Heissenberger-Lehofer (PH Steiermark) und Judita Huber (ISTA Klosterneuburg) thematisierten den Kompetenzerwerb im Kontext von Begabungsförderung, Lesson Studies als Tool der personzentrierten Begabungsförderung und Angebote der Begabungsförderung am Institute of Science and Technology Austria (ISTA).
Zudem wurden neun Themenräume mit Workshops und Vorträgen angeboten (z.B. Begabungsgütesiegel GripS, PERMA.teach, Rolle der Schulleitung in der Begabungsförderung, Wege zur Potenzialentfaltung, Leseförderung, MINT für alle). Den Abschluss des zweitägigen Symposiums bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schulentwicklung durch Begabungs- und Begabtenförderung – Was braucht es dazu?“ mit Vertreter:innen des Ministeriums, der Bildungsdirektion NÖ sowie der beiden niederösterreichischen Pädagogischen Hochschulen.

Über 120 interessierte Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Personen der Schulbehörde und außerschulischer Organisationen nahmen an dieser gelungenen Veranstaltung teil. Eine Fortsetzung des Formats in zwei Jahren ist geplant.
Nähere Informationen finden Sie unter https://www.echa-oesterreich.at/cms/index.php/verein/214-1-symposium-zur-begabungs-und-begabtenfoerderung

 

Kaleidoskop der Erfahrungen – Mensa in Deutschland Jahrestreffen in München

Nahezu 1700 Gäste waren bei der mehrtägigen Veranstaltung von 8.-12. April in München mit dabei und erlebten ein vielseitiges Programm: Stadtführungen (von Gay/queer München über „Starke Frauen“ oder „München im Nationalsozialismus“) bis hin zu Vorträgen und Besuchen (z.B.: U-Bahn-Baustelle, Forschungsreaktor, BMW, die Räumlichkeiten einer Freimaurerloge aber auch „Ein interdisziplinärer Blick auf Anderssein in sozialen Systemen“, „Angstfrei und souverän vor Publikum präsentieren“, politische Beteiligung, Selbstmanagement etc.), und natürlich Spielecke, Besuche, Tanzkurse und diverse Freizeitaktivitäten. Hier als Rückblick das Begleitheft zum Event.

Auch die Kulinarik kam nicht zu kurz – vom Galadinner bis zur traditionellen Bayerischen Küche (und alles dazwischen und außerhalb). Und dazwischen lagen natürlich Begegnungen, Gespräche und intensiver Austausch über Fachliches, Persönliches und Grundsätzliches – vom frühen Morgen bis manchmal zum (nächsten) frühen Morgen.

Was bleibt? Rund 1700 unterschiedliche Erfahrungen – ein Erfolg des Organisationsteams und vieler weiterer Freiwilliger! Jede Erfahrung war individuell – so wie die Interessen und Neigungen der Gäste.

Das Jahrestreffen 2027 wird Ende März/Anfang April in Heidelberg stattfinden.