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Editorial zu Ausgabe 09: Einstellungen, Tools und eine Bitte um Feedback

Voller Motivation und interessanten Leuten geht es weiter. Im Kommentar von Ronny Hollenstein geht es um Beruf und Karriere. Im Interview ist diesmal Michael Roither, der Vizerektor für Internationales der Hochschule Burgenland. Eine besondere Empfehlung ist der Methodenschatz von Frauke Niehues.

In zwei Wochen gibt es bereits die 10. reguläre Ausgabe dieses Newsletters.  Die nächsten Stories sind bereits in Vorbereitung, auch ein erstes Format für Abonnent:innen und Interessierte im März.

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4 Fragen an …. Michael Roither, Vizerektor der Hochschule Burgenland

Prof. (FH) Mag. Dr. Michael Roither, MBA ist an der Hochschule Burgenland Vizerektor für Internationales sowie Kollegiumsmitglied und leitet als FH-Professor für diesen Bereich den Masterstudiengang „Digitale Medien und Kommunikation“.  2016 war er Mitgründer der eLearning Academy for Communication GmbH, bis 2024 Geschäftsführer, bis 2025 verkaufte er seine Anteile erfolgreich. Er ist zudem seit 20 Jahren freier Journalist und Autor bei den Salzburger Nachrichten und heute u.a. Vorsitzender der Initiative Qualität im Journalismus in Österreich. 

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Ab dem Erwachsenenalter: Mit dem Beginn des selbstgewählten Studiums und des damit einhergehenden Fokus. Schule war eine tolle Zeit – aber nur in Teilen wegen der Inhalte; das System, das sich darauf konzentriert Schwächen auszugleichen, statt Stärken zu stärken, hat für mich nur bedingt funktioniert. Die Schulzeit hat mir deshalb auch eine „Sub auspiciis praesidentis“-Promotion gekostet.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Wissen wenig, sondern mich mehr entscheiden lassen, was ich genau in der Schule lernen will. Nicht nur vorgeben, was ich lernen muss.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Ob ich in einem anderen Feld nicht noch erfolgreicher gewesen wäre. Die Studienwahl habe ich basierend auf meinen Interessen getroffen. Aus der Hüfte. An der Inskriptionsstelle. Das Zweitfach war ein Schuss in den Ofen, das Hauptfach gleich ein Treffer.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Das Obige: Sie sollte früh, aber sanft beginnen und stark auf das Individuum eingehen. Dazu gehört auch ein Bildungssystem, das nicht zwangsläufig in allen Stationen durchlaufen werden muss, wenn die Begabung etwas anderes nahelegt.

Medientipp: MethodenSchatz und Hypnosalon von Frauke Niehues

Die Hypnotherapeutin Frauke Niehues bietet auf ihrer Website einen kostenlosen „MethodenSchatz“ an. Darin sind Inhalte der kostenfreien Online-Vortragsreihe HypnoSalon und eine breit angelegte Methodensammlung zu finden. Alle Inhalte des MethodenSchatzes werden von engagierten Expert:innen zur Verfügung gestellt und können kostenfrei genutzt werden. Die Themen und Inhalte werden kontinuierlich erweitert. Frauke Niehues bietet auch einen kostenlosen Newsletter an.

4. LEA-Förderaufruf für mehr Gleichstellung in MINT und Gesellschaft (AT)

Noch 15. Februar 2026 läuft der aktuelle Fördercall des Österreichische Frauenfonds LEA. Organisationen können Fördermittel für Projekte und Projektideen beantragen, die zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen sowie zum Abbau geschlechterbezogener Rollenbilder beitragen. Der Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen, die Mädchen und Frauen neue Bildungs- und Berufsperspektiven eröffnen und ihr Interesse an zukunftsrelevanten Bereichen wie MINT oder anderen innovativen Technologien stärken.

Die Fördersumme pro Projekt beträgt 20.000-100.000 Euro, die Förderquote bis zu 100%. Weiterführende Informationen finden sich im Förderaufruf und der Förderrichtlinie.

Für Kurzentschlossene: Am Mittwoch, 21. Januar 2026, findet ein Info-Call statt (Anmeldung via foerderungen@lea-frauenfonds.at).

 

Begabt. Was noch? – Gastbeitrag von Ronny Hollenstein

Ronny Hollenstein ist Gründer der Gruppe Hollenstein und Mitgründer der „Cebras“.
Die Plattform beschäftigt sich mit der Frage, wie Begabung erkannt, realistisch eingeordnet und so entwickelt werden kann, dass sie für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft wirksam wird.
https://www.thecebras.com

Eine Begabung nicht zu erkennen oder sie nicht zu nutzen, ist, als würde man Geld von der Straße nicht aufheben. Und selbst wenn man sie erkannt hat, ist das noch keine Garantie für Erfolg. Aber was macht nun erfolgreich?
Mihály Csíkszentmihályi hat für sein Buch „The Flow“ viele nachhaltig produktive Menschen untersucht, um festzustellen, ob diese Menschen etwas gemeinsam haben. Er identifizierte vier Erfolgsfaktoren.

  1. Leidenschaft

Wenn das Warum klar ist, ist fast jeder Weg erträglich, meinte Nietzsche sinngemäß. Diese Kraft einer Leidenschaft für etwas gilt es zu entwickeln. Was will ich eigentlich? Eine Frage, die für viele Menschen nicht so einfach zu beantworten ist. In diesem Fall konfrontieren Sie sich mit vielen Dingen, interessieren Sie sich für Sachen, die Sie nicht kennen und bewerten Sie erst dann, ob das für Sie etwas ist oder nicht.

  1. Markt

Eine Begabung sollte auch an einem (Arbeits-)Markt angeboten werden können. Dazu sind Netzwerke sehr wichtig, die einen unterstützen können durch weitere Kontakte und Informationen. Diese Netzwerke zu schaffen, braucht Kommunikation und Anschlussfähigkeit. Was nützt der Welt eine Begabung, wenn sie niemand wahrnimmt und damit nützen kann?

  1. Strukturen

Die meisten von uns sind getrieben von Dringlichkeiten, die sofort zu erledigen sind. Nur klare Zeitblöcke, die man gegen alles Dringliche schützt, sind der Schlüssel, um wirklich weiterzukommen. Wer nur Dringlichkeiten abarbeitet, wird im Hamsterrad bleiben. Viel zu häufig sind die wichtigen Dinge nämlich aufschiebbar.

  1. Selbstbewusstsein

Sich seiner selbst bewusst zu sein, was man braucht, um erfolgreich handeln zu können, ist ein wesentlicher Schlüsselfaktor. Viel zu häufig wird auf Motivation und Disziplin gesetzt. Beide, zugegeben wichtigen, Faktoren sind nämlich nicht stressresistent und häufig haben wir zwar die Motivation, das Ziel zu erreichen, aber nicht den Weg zu gehen. Entwickeln Sie für sich eine persönliche Strategie wie Sie sich am besten organisieren, um Ihre Leistungen abrufen zu können.

Nicht hilfreich bei der Nutzung einer Begabung, ist auch deren Überbewertung. Ein sehr intelligenter Mensch kann faktisch Recht haben. Ob diese Person aber auch Recht bekommt, hängt an ganz anderen Dingen: Kann die Person ihren Punkt verständlich und respektvoll äußern? Kann Sie eine tragfähige Beziehung zu anderen aufbauen, so, dass sie überhaupt gehört und ernst genommen wird? Kann Sie mit Reaktionen und Widerständen sachlich und wertschätzend umgehen?

Wir müssen akzeptieren, dass Emotionen stärker sind als die reine Vernunft.
Die gute Nachricht: all das ist lernbar!

 

Begabungsförderung gemeinsam gestalten: Karg Fachforum Schule am 26.02. in Frankfurt

Wie werden Schulen zu begabungsförderlichen Lern- und Entwicklungsorten? Damit beschäftigt sich das Fachforum Schule am 26.02. in Frankfurt.

Das ganztägige Programm läuft in drei Themenbändern:
1: Interne Voraussetzungen für eine gelingende Schulentwicklung
2: Schulentwicklung und Netzwerkarbeit zusammengedacht
3: Begabungsförderliche Schulentwicklung

Die Anmeldung ist kostenlos und über die Website möglich.