Schlagwortarchiv für: ausgabe04

EDITORIAL zu Ausgabe 04: Name für Talentierte, Dank und Bitte(n)

„Die Url verlangt einiges Talent beim Merken von schwierigen Buchstabenkombinationen und Konzentration beim Eintippen“ schrieb kürzlich die Tageszeitung „DER STANDARD“ vor einiger Zeit über XLNTTLNT.net.
Warum ich das trotzdem gewählt habe? Weil es unique ist. Und weil es etwas mehr Eleganz versprüht als EXCELLENTTALENT. 😉

Wieder sind 2 Wochen um und eine neue Ausgabe des Newsletters ist erschienen. Diesmal nehme ich dich mit „hinter die Kulissen“: Seit ich mit dem Projekt begonnen habe, lerne ich laufend neue Themen, Institutionen und Personen kennen, und ich lerne laufend dazu. Das ist toll und ein publizistisches Privileg. Ich bin allen dankbar, die mit mir hier kommunizieren – Forscher:innen, Autor:innen, oft auch Personen aus Pressestellen. Sie alle bemühen sich sehr, liefern Inhalte, schlagen Fotos vor, beantworten Fragen und klären Fakten. Manchmal dauert es einige Zeit, aber oft geht das ziemlich rasch und zackig. Liebe Kolleg:innen, liebe Beitragende: VIELEN DANK!

Das Besondere bei dieser Form von Newsletter ist, dass die meisten Inhalte zwar NEU und AKTUELL sind, aber auch eine gewisse Lebensdauer aufweisen.
Wenn du hier NEU bist, dann schau gerne auch mal in die vorigen Ausgaben rein. Besonders mag ich die Interviews mit spannenden Menschen über ihre Begabungen. Mittlerweile hat sich eine kleine Sammlung von unterschiedlichen Perspektiven ergeben. Danke fürs Mitmachen, fürs Dabeisein, fürs Lesen, für Feedbacks und für die Verbreitung (like & share & forward).

Das Foto oben zeigt übrigens den Großen Galtenberg im Tiroler Alpbachtal. Auf ihn zu wandern ist auch eine Challenge, aber wunderschön!

„Von Bullshit zu Berührung“ – ein Mitmach-Buch für Veränderung

„Wir müssen wieder zulassen, einander echt zu begegnen – weniger moralische Pose, mehr berührbare Verantwortung. Das bedeutet: Mut zur Wahrheit, zur Vergebung und zu Beziehungen, die halten, wenn es heiß wird“, meint Bernhard Reingruber, der kürzlich sein Buch „Von Bullshit zu Berührung“ veröffentlicht hat.
Auf der Website finden sich auch Präsentationstermine (am 20.11. auch online) und Bestellmöglichkeiten.
Hier statt einer Buchvorstellung drei fokussierte Fragen an den Autor, Coach und Trainer, der sich auch als Vorsitzender des Social Entrepreneurship Network Austria engagiert.

Was ist deine besondere Begabung und wie wird sie im Buch sichtbar?
Ich sehe mich als Simultan-Dolmetsch zwischen Herz und Hirn. Im Buch wird das sichtbar durch den Kompass für echten Kontakt (Rechthaberei, Schein-Harmonie, Bullshit, Vollkontakt), den sieben Praktiken von Contactfulness und den Geschichten, in denen ich mich selbst zeige.

Was können speziell begabte Menschen aus deinem Buch mitnehmen, was gilt für sie vielleicht besonders?
Hochsensible, besonders reflektierte oder schnell denkende Menschen finden im Buch eine Einladung, nicht nur zu verstehen, sondern sich wirklich zu zeigen – mit Herz und Haltung. Ihre größte Herausforderung – echte Verbindung trotz innerer Komplexität – wird zur Praxis. Besonders Begabte denken schnell, sehen Muster früh – und landen dadurch leicht in Rechthaberei oder sozialer Reibung. Das Buch bietet Brücken: vom „Was“ ins „Wie“, vom Argument in die Beziehung, vom Beweisen ins Ver-Antworten. Es zeigt, wie man Tempo reguliert, Klarheit ohne Überfahren lebt, Scham/Angst als Schwellenemotionen nutzt und Preisgabe dosiert, damit Tiefe entsteht. Kurz: soziale Umsetzungskompetenz für Menschen mit kognitivem Vorsprung.

Wie wirken sich deine Tipps bei richtiger Umsetzung in Teams aus?
Teams, die Contactfulness praktizieren, tauschen Kontrolle gegen Vertrauen und Harmonie gegen echte Verbindung. Das verändert nicht nur die Kommunikation, sondern die Kultur – von Absicherung zu Aufbruch, von Reibung zu Verantwortung.

VISTA: Wissenschaft am Rand von Wien anschaulich vermitteln

Seit kurzem ist am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg bei Wien das „VISTA“ geöffnet. Dieses Science Experience Center soll ein lebendiger Raum der Begegnung sein.
Die erste Ausstellung läuft unter dem Titel „SCIENCE IN THE MAKING“.
Besuchergruppen mit besonderen Interessen (oder auch Begabungen) können spezielle Führungen anfragen.

Für junge Menschen gibt es einige besondere Angebote:

  • Kids mit Bezug zu Niederösterreich (etwa Wohnort, Schulort) können sich für den Lehrgang Neurowissenschaften der Science Academy NÖ bewerben.
  • Ab Jänner 2026 sollen die Rahmenbedingungen für die Vifzack Academy auf der Website des Bildungsministeriums veröffentlicht sein.
  • Der Sommercampus richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen, die teilnehmen wollen. Buchungsstart dafür ist voraussichtlich im Februar 2026.

Wichtig: Betreuung und Unterbringung sind bei den einzelnen Angeboten jeweils unterschiedlich geregelt.

4 Fragen an … Dieter-Michael Grohmann (Regisseur, Autor, Filmemacher, Multimediakünstler und Unternehmer)

1963 in Wien geboren, studierte Dieter-Michael Grohmann Rechtswissenschaften sowie Werbung in Österreich, Management in der Schweiz und Film u.a. an der New York Film Academy (USA). Er betreibt die Filmproduktion und Unternehmens-/ Kommunikationsberatung „beyond by DMG“; weiters unterrichtet er u.a. Kreativität an einer internationalen Business School. Seine Filme gewannen mehr als 250 internationale Awards. Augenzwinkernd meint er, er sei wohl der unbekannteste Prominente aus Österreich. Aktuelles Buch: “Kroatische Elegien

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Eigentlich war ich seitdem ich denken kann schöpferisch tätig. Da dies in einer Familie in der Kunst maximal als Hobby, aber nicht als ernsthaft erachtet oder gefördert wurde, verblieb fast alles privat wie eine Fingerübung. Später in verschiedensten Berufen wie Citymarketing, Politikberatung und selbst Unternehmenskommunikation wollte fast alles nicht verstanden werden und daher nicht umgesetzt. Gefragt war nicht Kreativität und “Out-Of-The-Box” Kommunikation, sondern allgemeine, angepasste Administration. Erst nach der Entsendung 2005 nach Belgien zu einem europäischen Verband (u.a., weil man mit mir als Unangepasstem in Österreich nichts anzufangen wußte) konnte ich mich entfalten und unter einem weitsichtigen Mentor Multimediaevents und visuelle Narrative umsetzen. Eines diese Projekte (“How it feels to be an entrepreneur”) hatte binnen 3 Tagen mehr als 7.500 Besucher in Brüssel und im Jahr darauf in Barcelona mehr als 10.000 Besucher im gleichen Zeitraum. Plötzlich wurde ich als kreativ und als genial gehandelt. Als der Mentor pensioniert wurde, klang dies sukzessive ab und bald galt ich als irgendetwas zwischen Spinner und Künstler. Dabei halte ich mich selbst weder als Spinner noch als besonders kreativ. Ausschlaggebend für die Entfaltung war ein persönliches Grundvertrauen und ein von der Hierarchie gewährter Safe-Space. Was ich u.a. vom Spiel Tetris gelernt habe, ist: wer sich perfekt einfügt, verschwindet als Individuum – und somit sind herausragende Ergebnisse kaum möglich.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Gott hat uns Arme und Beine gegeben um zu gestikulieren und eine Stimme um zu schreien. Und was heißt es in der Schule? Still sitzen und Maul halten. Es geht auch nicht darum seinen Namen zu tanzen, sondern das Individuum zu erkennen und zu fördern. Das ist unbequem. Ein Zitat eines ehemaligen Arbeitgebers, welches von einem Wohlwollenden an mich weitergereicht wurde? “Dieter ist echt gut, aber er weiß es (noch) nicht. Daher müssen wir ihn jetzt brechen und so umbauen, dass er uns nützt ohne es zu begreifen.” Ich rebellierte damals nicht wirklich gegen das System, obwohl dieses und deren Entourage mich zwar erkannte, aber mein “Coming-out” nachhaltig behinderte, statt es zu nutzen – bis der Damm gebrochen ist und ans Licht mußte, was ans Licht mußte. Auf der anderen Seite bin ich heute auch sehr dankbar, dass ich so lange von außen nicht entsprechend gefördert wurde. So habe ich einen freien Blick auf Systeme und die Gesellschaft bewahrt und geschärft. Für mich als Künstler und mehr noch als Mensch ist das Prinzip Freiheit essenziell.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Ich halte mich wie gesagt nicht für besonders begabt oder kreativ, sondern nur für weitgehend frei denkend. Ich sehe vieles von mehreren Blickwinkeln und damit wird eine eindimensionale Gesellschaft und ihre gefängnisartigen Systeme sehr drei- und sogar vierdimensional. Dadurch werden sie als inferior lächerlich entlarvt. Die Hauptfrage ist: Wieviel Zeit ist mir noch gegeben meine Projekte auch gegen Widerstände umzusetzen – und wie komme ich an die Finanzierung ran, die dazu nötig ist. (Stichwort Echokammer Filmförderungssysteme und es wundert mich immer mehr wie viele tatsächlich grottenschlechte Projekte teilweise höchst gefördert werden – bzw. wundert es mich auch nicht wirklich.)

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
In einer globalen Gesellschaft, die ideologisch immer enger wird, frage ich mich wie es möglich sein kann individuellen Begabungen jene Freiheiten einzuräumen, die diese brauchen. Im Zeitalter der unbeweglichen Schützengräben der Cancle-Culture einerseits und der trotzigen Gegen-Cancle-Culture sehe ich nur den “Untergrund des Geistes” als Chance für eine Zeit nach der Exklusivität der Förderung jener, die das System weiterbauen und beschützen. Begabung muss frei sein und darf nicht von der einen oder anderen Seite vereinnahmt werden. Aber für eine Person mit einem Hammer sieht alles aus wie ein Nagel, wie Neil Postman schreibt. Man muss jedenfalls bereit sein für diese Stunde Null, in der wieder alles möglich ist – sofern es gut, richtig und wahr ist, ein Geschenk für die Menschheit und Humanität und nicht mehr “just another brick in the wall.”

Das Dasein (be)greifbar gemacht: Wunderwerk Leben

Erst seit Ende 2024 existiert das Projekt WUNDERWERK LEBEN, das die Forscherin Sophie Imhof von New York aus auf die Beine gestellt hat.
Mittlerweile sind fünf Ausgaben des Magazins, in dem jeweils Grundlagen eines Themas anschaulich erklärt werden, erschienen. Sie meint: „Mein Magazin ist eine Einladung, das Leben in all seiner Komplexität zu hinterfragen, bizarre biologische Mechanismen zu ergründen und Dankbarkeit für das Wunder unseres Daseins zu entwickeln.“

Immer geht es um Geist, Gehirn und Bewusstsein, die Perspektive wechselt allerdings: Mal ist es Ernährung, dann Sport – und zuletzt Künstliche Intelligenz“. In anschaulicher und sehr persönlicher Sprache vermittelt Imhof, die als Postdoctoral Researcher bei Weill Cornell Medicine tätig ist, ihre Sicht der Dinge. Oft ist auch Philosophie für den Alltag mit dabei. Immer wieder kommen weitere Expert:innen kommen zu Wort.

12. Internationaler ÖZBF-Kongress: Jetzt wird’s emotional

Vom 6. bis 8. November 2025 findet an der Pädagogischen Hochschule Salzburg der nächste ÖZBF-Kongress zum Thema Emotion & Begabung” statt. Die Abkürzung ÖZBF steht übrigens für „Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung“. Dieser Kongress findet alle drei Jahre statt.

Der Fokus liegt diesmal auf dem emotionalen Erleben von Begabten und von Förderpersonen, Emotionen im Lern- und Leistungskontext sowie emotionaler Begabung und emotionaler Intelligenz. Tanja Gabriele Baudson (Charlotte Fresenius Hochschule), Thomas Götz (Universität Wien), Gerda Hagenauer (Universität Wien) und Claas Wegner (Universität Bielefeld) werden die Hauptvorträge halten.
XLNTTLNT wird berichten.

Liechtenstein: „Lernen ohne Grenzen“ beim Barcamp

Von 14. (abends) bis 16. November 2025 (mittags) ist das Jufa Hotel in Malbun das Zentrum von Bildungsinnovation im Fürstentum Liechtenstein. Beim Barcamp diskutieren Pädagoginnen und Pädagogen, Bildungsexperten, Politiker und Interessierte über die Zukunft der Bildung. Im bewährten (und offenen) Format gibt es die Möglichkeit zum Austausch – wohl auch über Grenzen hinweg.

Veranstalter ist das Zentrum für Schulmedien Liechtenstein.
Noch sind Plätze vorhanden, eine Anmeldung  ist hier möglich.