Nina Hlava: Weibliche Solo-Pantomime mit Tiefgang
Nina Hlava ist die weltweit einzige weibliche Solo-Pantomimin. Sie studierte bei Prof. Boris Hybner an der Akademie der darstellenden Künste in Prag die tiefgründige slawische Schule für nonverbales Theater und Komödie. Nachdem sie Marcel Marceau in einer lebensverändernden Meisterklasse kennengelernt hatte, beschloss Nina, der Tradition der Interpretation der melancholischen Figur des Pierrot zu folgen und studierte daher bei Meisterlehrern wie Martin Sochor, Stevo Capko und Petr Pachl an der HAMU Praha (Akademie múzických umění), Ivan Bacciocchi (Ecole Internationale de Mime Corporel Dramatique in Paris, Frankreich) und Richard Weber (Scuola Teatro Dimitri, Verscio, Schweiz) zu studieren.
Petr Zámostný schickte sie in die USA, um bei den ursprünglichen amerikanischen Meistern des Stepptanzes zu studieren. Sie wurde Schülerin von Katherine Kramer. Seit 2005 lebte Nina in der Tschechischen Republik und den USA und begann mit ihrer Solo-Show „Pantomime is back in town” durch Europa, Asien und die USA zu touren und an mehreren Universitäten wie der University of Miami, der Florida International University und dem Miami Dade College zu unterrichten. Seit 2017 ist sie zurück in ihrem Geburtsland Österreich. – www.kunst-hstein.at
Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Ich habe meine Talente schon früh entfalten können, weil ich als Kind bereits viel Konsequenz, Konzentration und Ausdauer mitbrachte. Ausschlaggebend war weniger ein natürlicher „Genius“, sondern meine Bereitschaft, dranzubleiben und mich stetig zu verbessern.
Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Als Linkshänderin betrachte ich vieles aus einer etwas anderen Perspektive, weil meine Haptik und die Vernetzung meines Gehirns anders funktionieren. Diese Besonderheiten sind ein wichtiger Teil meiner Kreativität und meines Lernens.
Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Seit ich selbst Mutter bin, frage ich mich oft, wie ich meine eigene Bequemlichkeit überwinden kann, um meinen Sohn ihn in entscheidenden Momenten wirklich zu fördern. Dabei beschäftigt mich, wie ich seine Begabungen früh erkennen und ihm die Unterstützung geben kann, die ihn langfristig prägt – auch indem ich sein freies Spiel und seine Alltagsübungen nicht unnötig störe, damit er seinen eigenen Entwicklungsraum behalten kann.
Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Ich möchte der Gesellschaft mitgeben, dass Kinder nicht zu früh ausschließlich Gleichaltrigen ausgesetzt werden sollten. Sie lernen weit mehr, wenn sie mit vielen unterschiedlichen erwachsenen Menschen in Kontakt kommen, die verschiedene Interessen, Fähigkeiten und Sichtweisen mitbringen. So entsteht ein natürlicher, vielfältiger Raum für echte Begabungsförderung.

Johannes Flicker


Karg Stiftung
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