Forschung zum Flynn Effect: Wird auch Europas ältere Generation ständig intelligenter?
Kürzlich veröffentlichten Denise Andrzejewski, Jonathan Fries und Jakob Pietschnig von der Universität Wien einen Beitrag mit dem Titel „Executive Function Flynn Effects Are Independent of Psychometric g in Aging Populations Across Europe (2005-2022)“ im 2025 gegründeten (Open Access) Journal Intelligence & Cognitive Abilities. Thema ist der so genannte Flynn-Effekt – also die systematischen, generationenübergreifenden Steigerungen von Ergebnissen bei Intelligenztests – für das mittlere Alter (ab 50) im Zeitraum von 2005 bis 2022.
Die Ergebnisse zeigen überwiegend positive Flynn-Effekte in fünf kognitiven Bereichen. Die stärksten Zuwächse gab es bei der verbalen Flüssigkeit, gefolgt vom Arbeitsgedächtnis und dem freien Erinnern, während die Rechenfähigkeit schwächere Effekte zeigt.
Unter Berücksichtigung von Alter und Bildung schwächten sich die Effekte deutlich ab. Die Verbesserungen lassen sich meist durch bessere Bildung und Lebensbedingungen erklären.
Länderspezifisch gibt es deutliche Unterschiede. Die Unterschiede hängen stark mit Bildung und Ausgangsniveau zusammen. In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind die Effekte klein bis moderat, wobei sich die stärksten positiven Veränderungen in Österreich zeigen.
https://doi.org/10.65550/001c.157760





