VISTA: Wissenschaft am Rand von Wien anschaulich vermitteln

Seit kurzem ist am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg bei Wien das „VISTA“ geöffnet. Dieses Science Experience Center soll ein lebendiger Raum der Begegnung sein.
Die erste Ausstellung läuft unter dem Titel „SCIENCE IN THE MAKING“.
Besuchergruppen mit besonderen Interessen (oder auch Begabungen) können spezielle Führungen anfragen.

Für junge Menschen gibt es einige besondere Angebote:

  • Kids mit Bezug zu Niederösterreich (etwa Wohnort, Schulort) können sich für den Lehrgang Neurowissenschaften der Science Academy NÖ bewerben.
  • Ab Jänner 2026 sollen die Rahmenbedingungen für die Vifzack Academy auf der Website des Bildungsministeriums veröffentlicht sein.
  • Der Sommercampus richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen, die teilnehmen wollen. Buchungsstart dafür ist voraussichtlich im Februar 2026.

Wichtig: Betreuung und Unterbringung sind bei den einzelnen Angeboten jeweils unterschiedlich geregelt.

Das Dasein (be)greifbar gemacht: Wunderwerk Leben

Erst seit Ende 2024 existiert das Projekt WUNDERWERK LEBEN, das die Forscherin Sophie Imhof von New York aus auf die Beine gestellt hat.
Mittlerweile sind fünf Ausgaben des Magazins, in dem jeweils Grundlagen eines Themas anschaulich erklärt werden, erschienen. Sie meint: „Mein Magazin ist eine Einladung, das Leben in all seiner Komplexität zu hinterfragen, bizarre biologische Mechanismen zu ergründen und Dankbarkeit für das Wunder unseres Daseins zu entwickeln.“

Immer geht es um Geist, Gehirn und Bewusstsein, die Perspektive wechselt allerdings: Mal ist es Ernährung, dann Sport – und zuletzt Künstliche Intelligenz“. In anschaulicher und sehr persönlicher Sprache vermittelt Imhof, die als Postdoctoral Researcher bei Weill Cornell Medicine tätig ist, ihre Sicht der Dinge. Oft ist auch Philosophie für den Alltag mit dabei. Immer wieder kommen weitere Expert:innen kommen zu Wort.

Begabten Gehirnen live beim Lernen zusehen – und daraus lernen

Ein Team an der Uni Tübingen forscht aktuell daran, wie sich intellektuell begabte Kinder im Grundschulalter bei Lernen und Informationsverarbeitung von Gleichaltrigen unterscheiden. Das Forschungsprojekt GIDEON steht für Giftedness, Development, and Education. MRT-Aufnahmen erfassen die Gehirnaktivität während des Ansehens von Lernvideos. Dieses Setting ist der Lebensrealität näher als z.B. Interviews oder strukturierte Gespräche und ermöglicht genauere Untersuchungen als etwa mittels EEG in Schulklassen. Damit will man die neuronalen Mechanismen aufdecken, die herausragende Lernergebnisse ermöglichen.
Die teilnehmenden Kinder wurden in Zusammenarbeit mit der Hector Kinderakademie ausgewählt.

Neurowissenschaftlicher Begleitkurs zur Studie 

Begleitend zur Studie wird ein neurowissenschaftlicher Kurs für die Kinder entwickelt, die an der Untersuchung teilnehmen. Damit will das Team unter der Leitung von Michiko Sakaki und Jessika Golle das Bewusstsein der Kinder für das eigene Potenzial zu stärken und dadurch Motivation und Lernerfolg zu unterstützen. So profitieren sie frühzeitig selbst von der Teilnahme.

Studienstiftung des Ostens soll die hellsten Köpfe Ostdeutschlands fördern

Auch 35 Jahre nach der deutschen Einheit erreichen die aktuell 13 etablierten Begabtenförderwerke den Osten Deutschlands kaum. Ostdeutsche sind in vielen Nachwuchsnetzwerken unterrepräsentiert – einer der Gründe, warum nur wenig Top-Führungskräfte aus Ostdeutschland kommen. In der Verwaltung kommen nur rund 13 Prozent der Führungskräfte aus Ostdeutschland. In der Wirtschaft ist diese Zahl zuletzt auf 4 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Der Anteil der Ostdeutschen an der deutschen Bevölkerung liegt bei 20 Prozent. (Quelle: Elitenmonitor September 2025)

Eine private Initiative von Beatrice von Braunschweig, Richard Künzel und Uli Prantz https://studienstiftung-des-ostens.de/team möchte das ändern: Nach dem Vorbild des Elitenetzwerks Bayern sollen die fünf ostdeutschen Bundesländer (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg) eine gemeinsame Nachwuchsförderung einrichten. Dieses zusätzliche Begabtenförderungswerk soll Stipendien an Studierende und Meisterschüler vergeben. Es soll die Stipendiaten finanziell und ideell fördern und Zugang zu berufsrelevanten Netzwerken verschaffen.

Prominente Persönlichkeiten unterstützen das Anliegen bereits. Darunter sind Christiane Lieberknecht (Ministerpräsidentin Thüringen a. D.), Achim Oelgarth (Ostdeutscher Bankenverband) und Prof. Dr. Cornelia Woll (Hertie School Berlin). Aktuell laufen Gespräche mit den Landesregierungen, im Herbst 2025 soll ein Förderverein für die Studienstiftung des Ostens gegründet werden.

Portrait Ritchie Pettauer

Recruiting / Selbstmarketing: Meine Talente auf LinkedIn? Zwischen Offenbarungseid und Blendertum

Ritchie Pettauer ist B2B Online-Strategie-Experte, LinkedIn™-Experte und hält am Institut für Publizistik der Uni Wien die Social-Media-Einführungsvorlesung.
Gärtnern findet er entspannender als Doomscrollen. Hier auch auf LinkedIn!

Welche Infos gehören in meinen öffentlichen Lebenslauf?

Diese Frage stellt sich, wenn die eigene LinkedIn-Präsenz Teil des digitalen Auftritts werden soll.
Auf LinkedIn sei jeder Parkwächter ein „Chief Vehicle Placement Officer“, so eine häufige Kritik an der populärsten und einzigen B2B-Social-Media-Plattform. Wie sehr soll ich mein Licht unter den Scheffel stellen, wie weit darf ich mich aus dem Fenster lehnen?
Die Best Practices für die Gestaltung des Profils unterscheiden sich ebenso sehr wie die anvisierten Zielgruppen. Jobsuchende optimieren ihr Profil für Recruiter, Selbständige für Kunden. Die goldene Regel gegen Unsicherheit: Meine Ziele und meine Zielgruppe bestimmen, wie ich mein Profil gestalte.

LinkedIn-Profile für die Karriereplanung

AI-Tools kreieren einen immer größeren Anteil an Social-Media-Inhalten. Nahezu alle großen Unternehmen screenen Bewerbungen inzwischen automatisiert. Fehlen im eigenen Profil die richtigen Stichwörter, fällt es bereits in der ersten, vollautomatisierten Runde aus dem Raster.

Der erste Schritt führt also zur Jobsuche: Welche Skills wünschen sich Arbeitgeber in aktuellen Jobanzeigen für meinen Traumjob? Recruiter suchen mit klaren Filtern: Standort, Branche, Funktionen, Fähigkeiten. Deshalb ist Keyword-Optimierung im gesamten Profil Pflicht.
Immer wichtiger wird Skills-basiertes Hiring. Viele suchen gezielt nach Fähigkeiten statt nur nach Titeln. Eine gut gepflegte Skills-Sektion ist daher ebenso entscheidend wie ein ausführlicher Info-Text. Eine umfangreiche Job-History in einschlägigen Tätigkeiten mit passenden früheren Jobtiteln erhöht die Chancen, am Radar von Headhuntern aufzutauchen.

LinkedIn-Profile als Landing-Page

Ein klares Angebot, ein passendes Netzwerk und nützliche Inhalte: Aus diesen drei Grundzutaten setzt sich jede erfolgreiche B2B-Marketing- und Vertriebsstrategie zusammen, für Solopreneure ebenso wie für Corporate Influencer.
Alle drei sollten sich schon ganz oben im Profil unmissverständlich widerspiegeln. Header-Image und Slogan werden in wenigen Sekunden gelesen – wer hier vage bleibt, verliert. Denn 30 % der Profilbesucher scrollen nicht nach unten.
Ein auf die Zielgruppe zugeschnittenes Angebot und Referenzen von zufriedenen Kunden erhöhen Vertrauen und Conversion-Rate.

Fazit: Wer im Gedächtnis bleiben möchte, gestaltet sein Profil nicht wie einen Lebenslauf, sondern wie eine Landing Page für die anvisierten Interessenten. Der Sweet Spot liegt zwischen Offenbarungseid und Blendertum: Wer sein LinkedIn-Profil wie eine Werbefläche zupflastert, verliert Glaubwürdigkeit. Und wer zu bescheiden bleibt, verschwindet in der Unsichtbarkeit.

4 Fragen an … Damita Pressl, Journalistin, Moderatorin und Public Speaking Coach

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Um das eigene Potenzial vollständig und optimal zu entfalten, braucht es, denke ich, ganz viel psychologische Sicherheit, mentales Wohlbefinden, Klarheit und Selbstkenntnis. Das sind alles Dinge, an denen ich nach wie vor arbeite und vermutlich den Rest meines Lebens arbeiten werde.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?

Dass ich nicht böswillig getratscht oder den Unterricht gestört habe. Ich konnte einfach schlecht mit der Langeweile umgehen.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Ich bin gespannt, wie sich das Thema auf meine eigene Kindererziehung auswirken wird.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Dass wir am Ende alle davon profitieren, wenn jedes begabte Kind, unabhängig von Herkunft oder Hintergrund, bestmöglich gefördert wird.

Kurzbio

Damita Pressl ist Journalistin, Moderatorin und Public Speaking Coach. Sie war TV-Moderatorin im österreichischen Fernsehen, bevor sie zur Neuen Zürcher Zeitung wechselte. Derzeit lebt und arbeitet sie in Zürich, moderiert Panels und Veranstaltungen, zuletzt etwa für die Europäische Kommission, die Universität Zürich, das Forum Alpbach oder Amazon, und kuratiert das Wiener Stadtmagazin Biber. Sie hat am Goldsmiths College und auf UCL Psychologie und auf der FH Wien Journalistmus studiert. Damita arbeitet auf Englisch, Deutsch und Französisch und ist als MC oder Moderatorin für Konferenzen und Panels in Europa und darüber hinaus buchbar.
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Fotocredit: Janic Wermuth

„PLÖTZLICH HOCHBEGABT“ mit 27 persönlichen Stories und 2 Fachbeiträgen

Im Frühling 2025 hat ein Herausgeberteam Anna Campagna, Stefan Giesberg und Ulrich Pieper von der Hochbegabtenvereinigung Mensa in Deutschland e.V. „PLÖTZLICH HOCHBEGABT – Erst spät erkannte Hochbegabte erzählen ihre Geschichte“ veröffentlicht. Weiterlesen