Inspiration delivered – eine Planungshilfe für 2026

TEDx ist eine weltweite Bewegung von Freiwilligen, die an den verschiedensten Locations inspirierende Speaker-Events organisiert. Nach dem Motto „ideas worth spreading“ gibt es im kommenden Jahr von Bozen über Schaan, Luxemburg, Göttingen … dutzende Events im gesamten deutschsprachingen Raum (und hunderte weltweit).

Hier die Landkarte zur leichteren Planung – vielleicht lässt sich ein Städtetrip mit einem TEDx-Besuch verbinden!

In der Zwischenzeit ist auch die Library früherer TED Talks eine (kostenlose) Fundgrube.

Nina Hlava: Weibliche Solo-Pantomime mit Tiefgang

Nina Hlava ist die weltweit einzige weibliche Solo-Pantomimin. Sie studierte bei Prof. Boris Hybner an der Akademie der darstellenden Künste in Prag die tiefgründige slawische Schule für nonverbales Theater und Komödie. Nachdem sie Marcel Marceau in einer lebensverändernden Meisterklasse kennengelernt hatte, beschloss Nina, der Tradition der Interpretation der melancholischen Figur des Pierrot zu folgen und studierte daher bei Meisterlehrern wie Martin Sochor, Stevo Capko und Petr Pachl an der HAMU Praha (Akademie múzických umění), Ivan Bacciocchi (Ecole Internationale de Mime Corporel Dramatique in Paris, Frankreich) und Richard Weber (Scuola Teatro Dimitri, Verscio, Schweiz) zu studieren.

Petr Zámostný schickte sie in die USA, um bei den ursprünglichen amerikanischen Meistern des Stepptanzes zu studieren. Sie wurde Schülerin von Katherine Kramer. Seit 2005 lebte Nina in der Tschechischen Republik und den USA und begann mit ihrer Solo-Show „Pantomime is back in town” durch Europa, Asien und die USA zu touren und an mehreren Universitäten wie der University of Miami, der Florida International University und dem Miami Dade College zu unterrichten. Seit 2017 ist sie zurück in ihrem Geburtsland Österreich. – www.kunst-hstein.at

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Ich habe meine Talente schon früh entfalten können, weil ich als Kind bereits viel Konsequenz, Konzentration und Ausdauer mitbrachte. Ausschlaggebend war weniger ein natürlicher „Genius“, sondern meine Bereitschaft, dranzubleiben und mich stetig zu verbessern.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?

Als Linkshänderin betrachte ich vieles aus einer etwas anderen Perspektive, weil meine Haptik und die Vernetzung meines Gehirns anders funktionieren. Diese Besonderheiten sind ein wichtiger Teil meiner Kreativität und meines Lernens.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Seit ich selbst Mutter bin, frage ich mich oft, wie ich meine eigene Bequemlichkeit überwinden kann, um meinen Sohn ihn in entscheidenden Momenten wirklich zu fördern. Dabei beschäftigt mich, wie ich seine Begabungen früh erkennen und ihm die Unterstützung geben kann, die ihn langfristig prägt – auch indem ich sein freies Spiel und seine Alltagsübungen nicht unnötig störe, damit er seinen eigenen Entwicklungsraum behalten kann.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Ich möchte der Gesellschaft mitgeben, dass Kinder nicht zu früh ausschließlich Gleichaltrigen ausgesetzt werden sollten. Sie lernen weit mehr, wenn sie mit vielen unterschiedlichen erwachsenen Menschen in Kontakt kommen, die verschiedene Interessen, Fähigkeiten und Sichtweisen mitbringen. So entsteht ein natürlicher, vielfältiger Raum für echte Begabungsförderung.

Neue Publikation: Künstliche Intelligenz in der schulischen Begabtenförderung (Karg Stiftung)

Ende Oktober veröffentlichte die Karg Stiftung die 56seitige, kostenlose Publikation „Künstliche Intelligenz in der schulischen Begabtenförderung – neue Fördermöglichkeiten, neue Herausforderungen“ (Link zur Website/Download).

In einem ersten Teil befassen sich die beiden Autoren Olaf Steenbuck (Karg Stiftung) und Andreas Terfloth (Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Hamburg) gemeinsam mit den Grundlagen; dabei betrachten sie KI aus dem fachlichen Blickwinkel der Begabungs- und Begabtenförderung. Nutzerinnen und Nutzer lernen – aufbauend auf ihr individuelles Basiswissen zur Anwendung von KI im Bildungswesen – fokussiert die fachliche Perspektive der Begabtenförderung kennen.
In die Praxis geht es dann im zweiten Teil der Publikation, die von Andreas Terfloth gestaltet wurde. Das umfasst einsatzfertige Materialien und Chatbots sowie zusammenfassende Informationsblätter.

Von Andreas Terfloth stammt auch der begleitende Fachartikel „Neue Möglichkeiten durch KI im begabungsfördernden Unterricht: Impulse für die Praxis.

Editorial zu Ausgabe 05: Novembernebel? Mitnichten!

Das waren nun zwei intensive Wochen: Mit einem inhaltlich beeindruckenden ÖZBF-Kongress in Salzburg, spannenden Kontakten und Begegnungen.
Und mit großer Offenheit für das Thema Begabungs- und Talenteföderung bei allen, die ich dazu anspreche.
Das bringt hier eine Reihe von spannenden Persönlichkeiten und Themen – in dieser Ausgabe und „in der Pipeline“ für die nächsten.

Machen wir mehr daraus. Bleib dran!

ÖZBF-Kongress hat positiv emotionalisiert; Terminausblick 2026-2028

Der ÖZBF-Kongress 2025 hat auf Emotion und Hochbegabung gesetzt, und seinen Zweck erfüllt: Mehr als 400 Gäste an drei Tagen erleben 120 Beiträge, die das gesamte Spektrum abdeckten, von frühkindlicher Bildung bis zur Förderung akademischer Talente an Universitäten. Der Tagungsband, der im Waxmann Verlag erscheinen soll, wird voraussichtlich Anfang 2027 vorliegen.

Aktuell sind bereits die Folien von zwei der vier Hauptvorträge online:

Als nächstes bietet sich für die Reise- und Terminplanung der begabungs-engagierten Community an:

Was Spezialbegabung und Höchstleistung anzieht: Recruiting beim CERN

XLNTTLNT.net hat beim CERN in Genf nachgefragt, worauf dort bei Bewerbungen für wissenschaftliche Positionen besonders geachtet wird.
Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte und Kriterien der oft mehrstufigen Auswahlprozesse:

Junge Wissenschafter:innen in Fellowships, Student oder Doctoral programmes erhalten besonders strukturiertes Training, die Möglichkeit ihre Ergebnisse entsprechend zu publizieren und die Chance zur Teilnahme an globalen wissenschaftlichen Kooperationen. Für viele ist das die Basis für eine langjährige erfolgreiche Karriere an Universitäten, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen.

Am CERN setzt man beim Recruiting auf wissenschaftliche Exzellenz, technische Fähigkeiten und Teamfähigkeit und bei jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern besonders auf Motivation und Wissbegierde. Dabei kommt ein multidisziplinäres Auswahlkomitee zum Einsatz. Bewerberinnen und Bewerber können sich u.a. darauf einstellen, dass ihre Publikationen und Projektbeiträge reviewed werden, sie zu Präsentationen ihrer letzten Arbeiten eingeladen werden und Referenzen überprüft werden. Video-Interviews, Tests und die Lösung von Fallbeispielen gehören teilweise auch dazu.
Mit dem Auswahlkomitee diskutieren die Bewerberinnen und Bewerber auch ihre künftigen wissenschaftlichen Interessen und Vorhaben. Außerdem wird die Team- und Kollaborationsfähigkeit evaluiert. Denn die Arbeit erfolgt in diversen und multikulturell geprägten Teams. Fachliche Exzellenz ist die Basis, darüber hinaus sind die Offenheit das Wissen zu teilen, Teamfähigkeit, Neugier und die Fähigkeit zu kreativen Problemlösungen wichtig.

Wer aufgenommen ist, profitiert vom Mentoring durch erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter, Zugang zu Weiterbildung (technisch und persönlichkeitsbildend), wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops.

Medientipp: Podcast „130 und mehr – Reden über Hochbegabung“

Lina Holzmann und Erwin Klein sind Mitglieder bei Mensa in Deutschland. Im Podcast 130 und mehr erzählen sie über ihre Erfahrungen und Erlebnisse und sprechen mit Gästen über spezifische Aspekte des (Zusammen-)lebens mit Hochbegabung.
„130 und mehr“ ist ein generationenübergreifendes Projekt und sehr sympathisch und engagiert präsentiert. Seit September 2024 sind rund 20 Episoden entstanden.

4 Fragen an … Walter Werzowa (österreichisch-amerikanischer Komponist, Audio-Branding-Pionier und Professor an der mdw)

Univ.-Prof. Walter Werzowa ist ein österreichisch-amerikanischer Komponist, Audio-Branding-Pionier und Professor an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er komponierte unter anderem das ikonische Intel-Logo („Intel Bong“), Filmmusik in Hollywood und Beethovens 10. Symphonie mithilfe von KI. Mit seinem Projekt HealthTunes verbindet er Musik, Wissenschaft und Technologie zu evidenzbasierter „MusicMedicine“. Mehr zu Walter Werzowa hier.

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Ich habe sehr lange an meinen Fähigkeiten gezweifelt. Ich habe mich stets mit den Besten an der Universität verglichen – und es gibt in jedem Fach immer jemanden, der besser ist.
Trotzdem wusste ich immer, dass ich im musikalischen Umfeld tätig sein will und werde. Rückblickend kann ich sagen, dass gerade diese Zweifel ein großer Antrieb für mich waren.
Ich wünsche jedoch allen Leserinnen und Lesern, dass sie früher Frieden mit ihren eigenen Talenten schließen können.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Meine Eltern waren immer sehr fördernd, und anspornend, ich wünschte mir sie hätten mit mir musiziert.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir nicht nach Perfektion suchen sondern nach Freude in der Umsetzung und dem eigenen Talent finden. Wir müssen auch Raum für “creative accidents” lassen.
Diese ermöglichen oft Quantum Sprünge in der Kreativität.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Für mich ist hier das Wichtigste dass wir vom Werten und beurteilen ablassen. Im Zuge der Beurteilung wird vor allem hier mit Europa oft “shaming” eingesetzt dass für Selbstvertrauen und Kreativität so gut wie tödlich ist.
Hier sollten Lehrer, Professoren und Eltern sich selbst analysieren ob sie manchmal unterschwellig diese Waffe einsetzen.

 

Online-Konferenz am 25.11.: „Partizipation und Potenzialentfaltung“

Einen sehr breiten Themenbereich wird die digitale Tagung „Karg Connected“ der Karg-Stiftung abdecken, die zum 4. Mal stattfindet: „Partizipation und Potenzialentfaltung: Demokratie leben – Begabungen fördern – Bildung gestalten“. Ganztägig wartet ein umfangreiches und vielfältiges Programm, das die einzelne Stufen in Kindergarten und Schule abdeckt. Zusammenhänge von Beteiligung und Begabung, werden in Vorträgen, Workshops und Diskussionen online bearbeitet.

Die Abstracts sind bereits verfügbar, die (kostenlose) Anmeldung ist hier möglich.

VISTA: Wissenschaft am Rand von Wien anschaulich vermitteln

Seit kurzem ist am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg bei Wien das „VISTA“ geöffnet. Dieses Science Experience Center soll ein lebendiger Raum der Begegnung sein.
Die erste Ausstellung läuft unter dem Titel „SCIENCE IN THE MAKING“.
Besuchergruppen mit besonderen Interessen (oder auch Begabungen) können spezielle Führungen anfragen.

Für junge Menschen gibt es einige besondere Angebote:

  • Kids mit Bezug zu Niederösterreich (etwa Wohnort, Schulort) können sich für den Lehrgang Neurowissenschaften der Science Academy NÖ bewerben.
  • Ab Jänner 2026 sollen die Rahmenbedingungen für die Vifzack Academy auf der Website des Bildungsministeriums veröffentlicht sein.
  • Der Sommercampus richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen, die teilnehmen wollen. Buchungsstart dafür ist voraussichtlich im Februar 2026.

Wichtig: Betreuung und Unterbringung sind bei den einzelnen Angeboten jeweils unterschiedlich geregelt.