Medientipp: ZIMT für psychische Gesundheit – Gründerin Karina Grünauer im Interview

ZIMT ist ein unabhängiges Online-Magazin über die Psyche, mit dem Ziel, psychische Gesundheit in den Mittelpunkt junger Menschen zu bringen. Das Projekt wurde (ebenso wie XLNTTLNT.net) im Rahmen der Wiener Medieninitiative gefördert.
Ein Gespräch mit Karina Grünauer, die gemeinsam mit gemeinsam mit Jana Reininger da Rosa ZIMT gegründet hat. Und eine Empfehlung!

Inwieweit seht ihr euch als Online- bzw. als Printmagazin?

Karina Grünauer: Wir haben als Onlinemagazin mit starker Social-Media-Präsenz gestartet, aber eigentlich war unser Ansatz von Anfang an: Wie erreichen wir unsere Zielgruppe über möglichst viele Kanäle? Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen empfinden dieses ständige Online-Sein oft als überfordernd. Deshalb haben wir 2024 unser Printmagazin ins Leben gerufen – mit weitestgehend zeitunkritischen Themen, vielen Long Reads, die man in Ruhe auf der Couch, im Bett oder in der Badewanne lesen kann, ohne Ablenkung. Das Heft erscheint halbjährlich.
Wem dieser Turnus zu lang ist, der findet ein- bis zweiwöchentlich neue Geschichten online. Wir arbeiten dort in Schwerpunkten: Zu jedem Thema gibt es mindestens ein Porträt oder eine Erfahrungsgeschichte, eine größere Recherche, die gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch hinterfragt, sowie einen Meinungsbeitrag – zum Beispiel ein Expert:inneninterview. Wir verstehen uns also als beides: Print und Online ergänzen sich bei uns.

Wie wichtig ist der Newsletter unter euren Produkten?

KG: Sehr wichtig. Die zweiwöchentliche Newsletterkolumne ist für uns ein direkter Draht zu unseren Leser:innen. Darüber können wir gezielt Themen setzen, die sie und uns gerade beschäftigen, teilen Lese- oder Hörempfehlungen zu psychologischen Themen und bleiben im Austausch.
Exklusiv für Abonnent:innen haben wir zusätzliche Formate – etwa eine persönliche Kolumne von Erfahrungsexpert:innen oder direkte Einblicke in die Psychotherapie. Das Angebot variiert, aber der Hauptnewsletter von der Redaktion bleibt konstant.
Der Newsletter ist auch deshalb strategisch wichtig, weil wir alle nicht wissen, wie sich Big Tech weiterentwickeln wird. Mit kritischen Beiträgen könnten wir eines Tages in sozialen Medien gar nicht mehr ausgespielt werden. Der Newsletter gibt uns Unabhängigkeit.

Was können Menschen, die sich für Begabungs- und Talenteförderung interessieren, von ZIMT mitnehmen?

Karina Grünauer: Bei uns gibt es nicht nur Schreibtalente, sondern auch „Erfahrungstalente“. Im Rahmen der ZIMT Recherchewerkstatt unterstützen wir vor allem Menschen mit psychischen Erkrankungen dabei, erste journalistische Schreiberfahrung zu sammeln.
Ungefähr quartalsweise treffen wir uns physisch. Dort pitchen uns die Teilnehmenden Themen, die sie als Betroffene oder Angehörige beschäftigen und in die sie sich journalistisch vertiefen wollen. Wir helfen bei der Themenausarbeitung, Recherche, Verschriftlichung und ersten Publikation. Die besten Geschichten schaffen es sogar in die Printausgabe.
Unser Ansatz: Ein Talent hat jeder, man muss sich nur die Zeit nehmen, es zu finden.

Ein ZIMTMAGAZIN-Abo bzw. der Versand nach Deutschland, in die Schweiz, nach Italien oder Liechtenstein – zu welchen Konditionen ist das möglich?

KG: Da wir deutschsprachig sind, fokussieren wir uns auf den D-A-CH-Raum. Wir sind ein sehr kleines Team, und der Vertrieb in viele verschiedene Regionen bindet unverhältnismäßig viele Ressourcen. Unser Fokus liegt daher auf Deutschland und Österreich – auch wegen des Euro, das macht Abrechnung und Steuern einfacher. In die Schweiz versenden wir aber auch.
Bei den Versandkosten sind wir leider den horrenden Gebühren der österreichischen Post ausgeliefert, gerade weil unser Heft knapp 100 Seiten stark ist: Österreich kostet 3,10 Euro, Deutschland 6,50 Euro, Schweiz 8,20 Euro. Das landet nicht bei uns, das verlangt die Post. Im Jahresabo übernehmen wir aber die Versandkosten für unsere Abonnent:innen.

Kennt ihr vergleichbare Angebote aus diesen Ländern? Was unterscheidet euch?

Karina Grünauer: Es gibt teilweise Magazine, die sich mit Psychologie oder Achtsamkeit beschäftigen, wobei es gerade bei Letzterem einen Rückgang gibt. Aber: Wir sind das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum, das gezielt eine junge Zielgruppe anspricht und die Themen möglichst optisch ansprechend und barrierearm aufbereitet – damit nicht nur Menschen mit Studium Zugang zu diesen Inhalten haben.
Psychische Belastungen und Erkrankungen betreffen praktisch alle Menschen, wenn man nahestehende Personen miteinbezieht, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Bildungsgrad. Das wollen wir mit unserem Magazin vermitteln.

Lesen/nutzen ZIMT eher „Betroffene“/Angehörige/Therapeut:innen/sonstige Interessierte? Gibt es dazu Daten?

KG: Es ist recht ausgewogen. Social Media nutzen vor allem Betroffene, das Magazin – ob online oder print – erreicht alle Gruppen ungefähr gleich stark. Bei Print bekommen wir besonders viel positives Feedback aus den Reihen der Profis: wie gut aufbereitet die Themen sind, wie fundiert die Recherchen.
Im Zeitschriftenregal sticht ZIMT ohnehin ins Auge – durch das außergewöhnliche Format und Papier. Das spricht alle an: Betroffene, Angehörige, Professionelle.

Habt ihr Angebote für Schulen?

KG: Daran arbeiten wir gerade. Im vergangenen Jahr haben wir speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Zusammenarbeit mit pro mente Workshops angeboten – rund um Mediennutzung und Media Literacy. Heuer möchten wir das gerne ausbauen.
Die Entwicklungen um KI, News Bombing und Desinformation sind extrem und haben starken Einfluss auf die Psyche. Da möchten wir unterstützen und aufklären.

Was plant ihr für 2026? Auch Offline-Formate?

KG: Wie erwähnt möchten wir den Workshopbereich ausbauen. Wir brauchen unbedingt einen gesünderen Umgang mit den Entwicklungen in unserer Gesellschaft – immer mehr Menschen halten das nur schwer aus, erkranken regelrecht an den Systemen. Da möchten wir aufklären und die Brücke sein zu Entstigmatisierung und entsprechenden Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten.
Die massiven Kürzungen im österreichischen Sozialbudget, insbesondere in Wien, sind auch bei uns angekommen. Wir versuchen gegenzusteuern, sind aber gleichzeitig auf finanzielle Unterstützer:innen angewiesen, um unsere Arbeit aufrechterhalten zu können. Deshalb sind wir auch Teil der Bewegung zum gemeinwohlorientierten Journalismus in Österreich.
Außerdem planen wir weitere Veranstaltungen und Moderationen – Offlineformate, in denen wir über die Psyche sprechen. Das Jahr ist noch jung, wir haben viel vor. Aber wir schauen auch, was auf uns zukommt, und bleiben flexibel.

Vielen Dank und alles Gute!

Popperschule: Ein langjähriger, gelungener Versuch

Bereits 1998 gegründet, ist die Sir Karl Popper Schule für Hochbegabte als Teil des Wiedner Gymnasiums in Wien im rechtlichen Sinn nach wie vor ein Schulversuch. Das ermöglichte dem Team die laufende und flexible Anpassung des Angebots. Laufend würden pädagogische Feinheiten justiert, erzählt Direktor Edwin Scheiber. „Wir legen besonderen Wert auf personenorientierten und differenzierten Unterricht. Jeder Schulstandort kann davon profitieren, wenn man sich mit dem Thema Begabungsförderung stärker beschäftigt.“

Die Schule ist auf die Sekundarstufe beschränkt (9.-12. Schulstufe). Pro Jahr werden 48 Kinder aufgenommen, insgesamt besuchen rund 190 Kids die Schule. Potenzial gäbe es wohl für mehr als eine derartige Schule in Österreich. Aktuell ist der Einzugsbereich de facto auf Ostösterreich beschränkt.
Eine Besonderheit ist ein höherer Anteil jüngerer Schülerinnen und Schüler, als es der Klassenstufe entsprechen würde. Rund ein Drittel haben bereits davor eine Klasse übersprungen. Vereinzelt finden sich auch 12jährige in der 5. Klasse.

Schüler:innen und Eltern wirken im „Popperforum“ mit, aus den Anregungen daraus wurde u.a. das Fach „Kommunikation & Sozialkompetenz“ entwickelt. „Auch die Formen der Beteiligung entwickeln wir laufend weiter. Künftig sollen eher Open Space Veranstaltungen die Weiterentwicklung der Schule begleiten“, erklärt Scheiber.
Ein Teil der mittlerweile rund 800 Alumni ist in einem eigenen Verein organisiert, was auch den generationenübergreifenden Austausch ermöglicht.

Für das aufwändige Aufnahmeverfahren bewerben sich übrigens mehr Burschen als Mädchen, allerdings ist das Geschlechterverhältnis dann in den Klassen ausgeglichen.
Die Bewerbungsfrist für 2026/27 endet am 21. Februar. www.popperschule.at

Editorial zu Ausgabe 09: Einstellungen, Tools und eine Bitte um Feedback

Voller Motivation und interessanten Leuten geht es weiter. Im Kommentar von Ronny Hollenstein geht es um Beruf und Karriere. Im Interview ist diesmal Michael Roither, der Vizerektor für Internationales der Hochschule Burgenland. Eine besondere Empfehlung ist der Methodenschatz von Frauke Niehues.

In zwei Wochen gibt es bereits die 10. reguläre Ausgabe dieses Newsletters.  Die nächsten Stories sind bereits in Vorbereitung, auch ein erstes Format für Abonnent:innen und Interessierte im März.

Danke für persönliche Rückmeldungen – ich freue mich auf Dein Feedback via redaktion@xlnttlnt.net
MACHEN WIR MEHR DARAUS!

4 Fragen an …. Michael Roither, Vizerektor der Hochschule Burgenland

Prof. (FH) Mag. Dr. Michael Roither, MBA ist an der Hochschule Burgenland Vizerektor für Internationales sowie Kollegiumsmitglied und leitet als FH-Professor für diesen Bereich den Masterstudiengang „Digitale Medien und Kommunikation“.  2016 war er Mitgründer der eLearning Academy for Communication GmbH, bis 2024 Geschäftsführer, bis 2025 verkaufte er seine Anteile erfolgreich. Er ist zudem seit 20 Jahren freier Journalist und Autor bei den Salzburger Nachrichten und heute u.a. Vorsitzender der Initiative Qualität im Journalismus in Österreich. 

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Ab dem Erwachsenenalter: Mit dem Beginn des selbstgewählten Studiums und des damit einhergehenden Fokus. Schule war eine tolle Zeit – aber nur in Teilen wegen der Inhalte; das System, das sich darauf konzentriert Schwächen auszugleichen, statt Stärken zu stärken, hat für mich nur bedingt funktioniert. Die Schulzeit hat mir deshalb auch eine „Sub auspiciis praesidentis“-Promotion gekostet.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Wissen wenig, sondern mich mehr entscheiden lassen, was ich genau in der Schule lernen will. Nicht nur vorgeben, was ich lernen muss.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Ob ich in einem anderen Feld nicht noch erfolgreicher gewesen wäre. Die Studienwahl habe ich basierend auf meinen Interessen getroffen. Aus der Hüfte. An der Inskriptionsstelle. Das Zweitfach war ein Schuss in den Ofen, das Hauptfach gleich ein Treffer.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Das Obige: Sie sollte früh, aber sanft beginnen und stark auf das Individuum eingehen. Dazu gehört auch ein Bildungssystem, das nicht zwangsläufig in allen Stationen durchlaufen werden muss, wenn die Begabung etwas anderes nahelegt.

Medientipp: MethodenSchatz und Hypnosalon von Frauke Niehues

Die Hypnotherapeutin Frauke Niehues bietet auf ihrer Website einen kostenlosen „MethodenSchatz“ an. Darin sind Inhalte der kostenfreien Online-Vortragsreihe HypnoSalon und eine breit angelegte Methodensammlung zu finden. Alle Inhalte des MethodenSchatzes werden von engagierten Expert:innen zur Verfügung gestellt und können kostenfrei genutzt werden. Die Themen und Inhalte werden kontinuierlich erweitert. Frauke Niehues bietet auch einen kostenlosen Newsletter an.

Begabt. Was noch? – Gastbeitrag von Ronny Hollenstein

Ronny Hollenstein ist Gründer der Gruppe Hollenstein und Mitgründer der „Cebras“.
Die Plattform beschäftigt sich mit der Frage, wie Begabung erkannt, realistisch eingeordnet und so entwickelt werden kann, dass sie für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft wirksam wird.
https://www.thecebras.com

Eine Begabung nicht zu erkennen oder sie nicht zu nutzen, ist, als würde man Geld von der Straße nicht aufheben. Und selbst wenn man sie erkannt hat, ist das noch keine Garantie für Erfolg. Aber was macht nun erfolgreich?
Mihály Csíkszentmihályi hat für sein Buch „The Flow“ viele nachhaltig produktive Menschen untersucht, um festzustellen, ob diese Menschen etwas gemeinsam haben. Er identifizierte vier Erfolgsfaktoren.

  1. Leidenschaft

Wenn das Warum klar ist, ist fast jeder Weg erträglich, meinte Nietzsche sinngemäß. Diese Kraft einer Leidenschaft für etwas gilt es zu entwickeln. Was will ich eigentlich? Eine Frage, die für viele Menschen nicht so einfach zu beantworten ist. In diesem Fall konfrontieren Sie sich mit vielen Dingen, interessieren Sie sich für Sachen, die Sie nicht kennen und bewerten Sie erst dann, ob das für Sie etwas ist oder nicht.

  1. Markt

Eine Begabung sollte auch an einem (Arbeits-)Markt angeboten werden können. Dazu sind Netzwerke sehr wichtig, die einen unterstützen können durch weitere Kontakte und Informationen. Diese Netzwerke zu schaffen, braucht Kommunikation und Anschlussfähigkeit. Was nützt der Welt eine Begabung, wenn sie niemand wahrnimmt und damit nützen kann?

  1. Strukturen

Die meisten von uns sind getrieben von Dringlichkeiten, die sofort zu erledigen sind. Nur klare Zeitblöcke, die man gegen alles Dringliche schützt, sind der Schlüssel, um wirklich weiterzukommen. Wer nur Dringlichkeiten abarbeitet, wird im Hamsterrad bleiben. Viel zu häufig sind die wichtigen Dinge nämlich aufschiebbar.

  1. Selbstbewusstsein

Sich seiner selbst bewusst zu sein, was man braucht, um erfolgreich handeln zu können, ist ein wesentlicher Schlüsselfaktor. Viel zu häufig wird auf Motivation und Disziplin gesetzt. Beide, zugegeben wichtigen, Faktoren sind nämlich nicht stressresistent und häufig haben wir zwar die Motivation, das Ziel zu erreichen, aber nicht den Weg zu gehen. Entwickeln Sie für sich eine persönliche Strategie wie Sie sich am besten organisieren, um Ihre Leistungen abrufen zu können.

Nicht hilfreich bei der Nutzung einer Begabung, ist auch deren Überbewertung. Ein sehr intelligenter Mensch kann faktisch Recht haben. Ob diese Person aber auch Recht bekommt, hängt an ganz anderen Dingen: Kann die Person ihren Punkt verständlich und respektvoll äußern? Kann Sie eine tragfähige Beziehung zu anderen aufbauen, so, dass sie überhaupt gehört und ernst genommen wird? Kann Sie mit Reaktionen und Widerständen sachlich und wertschätzend umgehen?

Wir müssen akzeptieren, dass Emotionen stärker sind als die reine Vernunft.
Die gute Nachricht: all das ist lernbar!

 

Editorial zu Ausgabe 08: Willkommen 2026!

Wer dieser Tage Fitness-Studios besucht, sieht diese – noch – gut gefüllt mit Neukunden und ihren guten Vorsätzen.
Doch schon in wenigen Wochen wird klar sein, dass es für den Erfolg zusätzlich zur richtigen Einstellung/Motivation auch (regelmäßige) Umsetzung braucht. Sonst bleiben nur Aufwände, Kosten ohne Wirkung.

Umgelegt auf unser Thema könnte das bedeuten: Machen wir 2026 konsequent zum Jahr der „Talent Positivity“. Dafür ist XLNTTLNT.net da. Daher freue mich über Rückmeldungen, Themenvorschläge, Gastbeiträge und Weiterempfehlungen.

Alles Gute im neuen Jahr!
MACHEN WIR MEHR DARAUS!

Symposium: Begabende Schulen gemeinsam gestalten (AT)

Lehrpersonen und Führungskräfte aller Schularten treffen sich am 10. und 11. April im Kloster Lilienfeld zu einem Symposium zur Schul- und Unterrichtsentwicklung für Begabungs- und Begabtenförderung. Dabei geht es um Themen wie „Weg zur begabungsfördernden Schule“, die „Rolle der Schulleitung bei Schul-/Unterrichts-Entwicklungsprozessen im Kontext Begabungs- und Begabtenförderung“ sowie „PERMA.teach: Methoden der positiven Psychologie zur Förderung von Begabungen“.

Die Veranstaltung ist eine ECHA Österreich, der KPH Wien/Niederösterreich und der PH Niederösterreich. Die Anmeldung ist bereits hier möglich.

3 Fragen an … Johanna Pirker, Professorin für Game Development, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz

Johanna Pirker ist Professorin an der TU München und der TU Graz, spezialisiert auf Game Development, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz. Sie verbindet Forschung, Lehre und Science Communication und arbeitet daran, wie Spiele und immersive Technologien unser Verständnis von Lernen, Kultur und Gesellschaft verändern können.

Was war dafür ausschlaggebend, dass Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können?

Die Kombination aus Wissen und Freiheit. Die Möglichkeit dann durch Gelerntes eigene Projekte umzusetzen zu können hat viel eröffnet. Das war vermutlich weniger „Talent“ als die Kombination aus Freude an einer Tätigkeit und dem Fleiß., der daraus Freude entsteht.

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Ich glaube wir stellen oft noch die falschen Fragen. Oft wird früh gefragt: „Was möchtest du werden, wenn du groß bist“. Aber zu dem Zeitpunkt kennen wir doch noch so wenige Möglichkeiten. Wichtiger sind Fragen, wie: „Was tust du gerne?“ und hier zu unterstützen.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Wichtig ist, keine Vorurteile oder Erwartungen mitzugeben – keine schnellen Annahmen darüber, was jemand können oder werden soll. Begabung braucht Vielfalt, Räume zum Ausprobieren, Neugier und Freude an der Sache selbst.

 

Editorial zu Ausgabe 07: Rapid, Weisband und Jahreswechsel

Diesmal gibt es eine besondere Kombination von Beiträgen zu entdecken: Der österreichische Fußball-Rekordmeister SK Rapid gewährt Einblicke in die Auswahl und Förderung von Talenten. Im 4-Fragen-Interview erzählt Marina Weisband ihren persönlichen Zugang zu ihrer Begabung.
Und Positionierungs-Coach Cornelia dal Sasso bringt in einem Gastbeitrag ein paar Sichtbarkeits-Impulse für das neue Jahr.

Sichtbarkeit und Impulse sind zwei gute Stichworte. Auch für dich – geschätzte Leserin, geschätzter Leser! Damit verbinde ich eine Bitte. Dieses Newsletter-Projekt „lebt“ von Weiterempfehlungen. Persönlich, digital oder viral. Bitte unterstützte uns dabei und gib weiter was dir gefällt. Und was du zusätzlich haben möchtest, Gedanken etc. – die gib bitte an mich weiter, und zwar an redaktion@xlnttlnt.net

Am 7. Januar 2026 (ausnahmsweise einem Mittwoch) geht es hier wieder weiter.
Bis dahin wünscht alles Gute, frohe Weihnachtszeit und angenehmen Jahreswechsel:

Thomas Goiser