Editorial zu Ausgabe 12: Eine junge Stimme, Events und Inputs

Beeindruckend war die Präsentation von Ronja Woidig und ihrer Kollegin beim Karg Fachforum Schule vergangene Woche (am 26. Februar). Auch die Antworten der Schülerin des Begabtenförderprogramms an einem Bayreuther Gymnasium haben es in sich.

Auch diesmal gibt’s Medientipps und etwas Input zur außergewöhnlichen Sommerferiengestaltung (wieder im Süden Deutschlands, aber für alle offen).

Und weiterhin offen ist die Anmeldung zum 1. Community-Event am 25. März am VISTA in Klosterneuburg.

Viel Inspiration wünscht die Redaktion!

4 Fragen an … Ronja Woidig, Schülerin in einem Hochbegabten-Förderungsprogramm in Bayreuth

Ronja Woidig (*2009) ist Schülerin des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth und Teil des Hochbegabtenförderungsprogrammes. Sie besucht die Modellklasse, in welcher hochbegabte Schüler*innen besondere Förderungen erhalten.  Beim Karg Fachforum Schule Ende Februar berichtete sie von ihren Erfahrungen.

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Woidig: Für mich gab es zwei ausschlaggebende Faktoren: Das Umfeld und die Motivation. Besonders Kinder brauchen ein Umfeld, dass sie unterstützt, um sich sicher genug zu fühlen, ihre Begabungen zu zeigen und zu kultivieren; in einem solchen Umfeld befinde ich mich seit meinem Eintritt in die Hochbegabtenklasse im fünften Schuljahr. Jedoch ohne Motivation, ohne wirklichen Spaß an meinen Projekten hätte ich mich niemals so entfalten können – deshalb ist es die Aufgabe der Schule, Kindern Lust auf Wissen zu machen, anstatt ihnen Antworten auf Fragen zu geben, die sie nicht gestellt haben.

Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?
Woidig: Ich arbeite am besten, wenn ich das, was ich mache, selbst ausgewählt habe. Es ist wichtig für Schüler, Kontrolle darüber zu haben, worauf sie ihre Zeit und Energie verwenden. Ich habe viel Glück, da an meiner Schule auf Mitspracherecht der Schüler und freies Arbeiten großer Wert gelegt wird.

Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Woidig: Begabung ist – per Definition – das Potential einer Person. Wir sind keine Propheten, können nicht in die Zukunft blicken; wie können wir also darüber bestimmen, wer Potential hat und wer nicht? Jeder Mensch hat prinzipiell Potential; „hochbegabt“ ist nur ein Label, das uns vom Rest der Menschen abgrenzt. Ich wünsche mir eine Welt, in der man das Wort „Hochbegabung“ nicht braucht, weil jeder Begabungen besitzt.

Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Woidig: Ich wünsche mir, dass mehr Formen der Begabung allgemein anerkannt werden. Ich wünsche mir, dass wir uns nicht jeden Tag Vorurteilen stellen müssen; dass wir nicht in allem perfekt sein müssen. Vor allem wünsche ich mir aber, dass unsere Gesellschaft erkennt, dass die Bildung unserer nächsten Generation eine der wichtigsten Pflichten unseres Staates ist.

Save the date: MHN-Camp von 22.-30. August 2026 in Boppard

Das neuntägige Zeltlager ist eine der beliebtesten Veranstaltungen des Mind-Hochschul-Netzwerk. Das Camp ist auch für (Noch-)Nicht-Mitglieder des MHN offen und wird in diesem Jahr am Jugendzeltplatz Boppard (nahe Koblenz) stattfinden.

Das Programm reicht von künstlerisch wertvollen Zeichenkursen über achtsame Meditationsrunden und intellektuelle Diskussionen bis hin zu sportlichen Aktivitäten. Beim MHN-Camp treffen sich rund 30 Personen aller Altersgruppen, um gemeinsam zu zelten, zu essen, zu spielen, zu diskutieren, zu lernen und Abenteuer zu erleben.

Die Anmeldung wird voraussichtlich im April 2026 geöffnet.
Anfang Oktober findet wieder die Mind Akademie des MHN in Mannheim statt.

Medientipp: Forschungspodcast zu Neuroscience der Uni Salzburg

Das Center of Cognitive Neuroscience der Universität Salzburg stellt in einem (Video-)Podcast seine Arbeit vor. Mittlerweile sind 13 Folgen erschienen, die aktuelle Folge mit Sophia Schnelzer.. Sie spricht darin über ihre Forschung zur Bedeutung von Schlafqualität beim Lernen von neuen motorischen Fähigkeiten.

Die einzelnen Episoden werden jeweils von Forscher:innen gestaltet. Im Dialog erklären einerseits sehr anschaulich ihre Forschungsarbeit, andererseits auch die Prozesse und Herausforderungen bei wissenschaftlichen Karrieren in diesem Arbeitsfeld.

Editorial zu Ausgabe 11: Wir starten ein Experiment

Eine Premiere in der Premiere – das 1. Community-Event, und dann gleich zum Thema Wissenschaftsvermittlung mit Schwerpunkt MINT. Das erwartet die Gäste, die sich anmelden, am 25. März im VISTA in Klosterneuburg. Siehe dazu die Story unten.

Ein weiterer Höhepunkt in dieser Ausgabe: Das Interview mit Daniel Oehry, Bildungsminister von Liechtenstein, über seinen persönlichen Zugang zu Begabung.

Danke fürs Weiterempfehlen, für Rückmeldungen – und bis bald, wieder in 2 Wochen!

“Education to go!“ – Podcast von Margrit Stamm

Margrit Stamm ist emeritierte Professorin für Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Fribourg-CH. In den Jahren 2024/25 hat die Erziehungswissenschafterin und Gründerin des Forschungsinstituts „Swiss Education“ in Aarau die Podcast-Reihe „Education to go“ herausgebracht.
Bis Mitte Mai gibt es nun laut ihrer Website eine „konstruktive Pause“.
Also bleibt Zeit, die 18 Folgen, die von Dominic Dillier produziert wurde nachzuhören – hörenswerte Inhalte für alle Generationen.

1. Community-Event am 25.03.: XLNTTLNT.net goes VISTA

Am Mittwoch, 25.03., laden wir die Community zu einem gemeinsamen Besuch des VISTA Science Experience Center am Institute of Science and Technologie Austria (ISTA) in Klosterneuburg.
Das VISTA wurde Anfang Oktober des Vorjahres eröffnet und bietet vielfältige Möglichkeiten der Wissenschaftsvermittlung. Weitere Infos und Link zum VISTA-Newsletter:  https://www.vistascience.at/

Wir erleben eine exklusive Präsentation und Führung durch VISTA-Leitung Christian BERTSCH und sein sehr engagiertes Team – über die regulären Öffnungszeiten hinaus.Beginn: Pünktlich um 17:00 Uhr; Ende ca. 18:30 Uhr

Das VISTA Science Experience Center ist für Familien und Schulklassen geeignet und sehr empfohlen.
Die Veranstaltung am 25.03. richtet sich inhaltlich ausschließlich an Erwachsene.

Die Teilnahme ist nach Anmeldung an redaktion@xlnttlnt.net kostenlos. ANMELDEFRIST: 17.03.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Ab Wien Heiligenstadt (U4) Buslinie 400; Empfehlung BUS 142 ab Wien Heiligenstadt um 15:57 nach Maria Gugging IST Austria Rückfahrt: z.B. BUS 142 ab Maria Gugging IST Austria um 18:58
ACHTUNG: Die Strecke ist außerhalb der „Kernzone 100“ – Bustickets sind selbst zu bezahlen. Das Parkhaus am ISTA steht ihnen kostenlos zur Verfügung.

6. März: Wissenschafterin des Jahres Francesca Ferlaino in Wien – Event anlässlich des Weltfrauentags

Am 11. Februar war Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Er wurde 2015 von der UNO ins Leben gerufen und soll an die entscheidende Rolle erinnern, die Mädchen und Frauen in Wissenschaft und Technologie spielen.
Hier gibt es dazu u.a. ein aktuelles Statement mit der Wissenschafterin des Jahres in Österreich, der Quantenphysikerin Francesca Ferlaino: ORF Science, auch zum Nachhören.

Am 6. März 2026  ist Ferlaino dann an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien gemeinsam mit der Historikerin und Afrikanistin Anaïs Angelo zu sehen. Ferlainos Thema lautet: Europe’s Quantum Future: Science, Talent and the Power of Inclusion“.
Für die Veranstaltung unter dem Generalthema „Different minds, better science!“ kann man sich hier anmelden (Teilnahme vor Ort oder online möglich).
Die Aufzeichnung wird danach auf dem Youtube-Kanal der ÖAW abrufbar sein.

Editorial zu Ausgabe 10: Erfülltes Leben, Zimt + Popperschule

Im Zentrum dieser – bereits 10. – Ausgabe dieses Newsletterprojekts steht ein Buch, das mich ab Jahreswechsel intensiv beschäftigt hat. Friedemann Schulz von Thuns Buch ist vor einigen Jahren erschienen und gleichermaßen klar und facettenreich.
Ebenfalls sehr empfehlenswert ist „ZIMT – das Magazin für die Psyche“. Gründerin Karina Grünauer erklärt im Interview das Konzept. Außerdem stellen wir die „Popperschule“ in Wien vor. Im Beitrag gibt’s einige Infos, die auch für jene interessant sind, die aus Alters- oder anderen Gründen nicht Teil der unmittelbaren Zielgruppe sind.
Danke fürs treue Lesen und Mitmachen bei XLNTTLNT, in der nächsten Ausgabe folgt hoffentlich die Ankündigung unserer ersten Community-Aktion.
Danke für persönliche Rückmeldungen – ich freue mich auf Dein Feedback via redaktion@xlnttlnt.net

MACHEN WIR MEHR DARAUS!

„Erfülltes Leben“ von Schulz von Thun: Kompakt und wirkmächtig

Wenn man den Namen „Friedemann Schulz von Thun“ hört, klingelt es in der Regel in den vier Ohren (bestens bekannt aus der Bestseller-Reihe „Miteinander reden“). „Erfülltes Leben“ ist bereits 2021 bei Hanser erschienen (2023 dann als Taschenbuch bei Goldmann). Es ist kein Buch über die Pandemie, aber sein Entstehen hängt damit zusammen.

Das Buch spricht gleichermaßen Menschen an, die sich auf der Suche nach Selbsterkenntnis befinden – unabhängig von Alter oder Lebensphase –, wie auch Fachkräfte im Coaching. In fünf Bereichen – Wunscherfüllung, Sinnerfüllung, Biografische Erfüllung, Daseinserfüllung und Selbsterfüllung – führt Schulz von Thun uns durch seine Überlegungen und flechtet gekonnt weitere Modelle ein. Immer wieder erwähnt er biographische Episoden und wie er sie jetzt sieht. Das macht einen weiteren besonderen Reiz aus. Man merkt, dass hier ein starkes und erfahrenes inneres Team am Werk war.

Fazit: Ein kleines, aber wirkmächtiges Buch für ein grundlegendes Thema – und eine Empfehlung um den Preis von etwa einem Mittagsmenü (je nach Land, Region und Steuersatz).