Ausgabe 17: Stärken stärken stärkt.

Auch in der aufkommenden Routine des Newsletter-Machens sind manche Dinge nie wirklich Routine – wie etwa Themen suchen, zusammenstellen, eine Balance finden zwischen Rollen, persönlichem Bezug, dem Länderfokus etc.
Das Interview „4 Fragen an …“, mit dem jede Ausgabe inhaltlich beginnt, gehört dazu. Und es ist ein Format, das besondere Freude macht. Auch wenn die Interviewten das schriftlich formulieren, ist es doch oft sehr spontan und persönlich.

Dieses Mal ganz besonders:
Die Speakerin und Erfolgsautorin Monika Herbstrith-Lappe hat sich viel Zeit und Platz genommen, uns in ihre Lebensgeschichte mitzunehmen. Nicht alles ist darin toll und erfreulich, im Gegenteil. Aber das vorläufige Zwischenergebnis ist es. Ein kleiner Vorgeschmack ist Monikas Credo: Stärken stärken stärkt.

Dem haben sich auch die Gründerinnen des Vereins Alisma verschrieben – auf ihre eigene Art und sehr engagiert. Das ist einen Blick wert.

4 Fragen an … Monika Herbstrith-Lappe (Keynote Speakerin und Autorin)

Monika Herbstrith-Lappe ist ursprünglich Mathematikerin und Physikerin an den Verbindungsstellen zur Philosophie & Psychologie, jetzt vielfach ausgezeichnet als Keynote Speakerin, Top-Trainerin und High Performance Coach an den Verbindungsstellen von Hard Facts mit Soft Skills. Berufsbegleitend hat sie zahlreiche psychologische Ausbildungen absolviert und Neurowissenschaft studiert. Als Motivationspsychologin ist sie Expertin für Zukunftsmut & Innovationsfreude, gesunde Schaffenskraft & Resilienz in Ära der KI. Sie ist Meisterin im Wechselspiel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Mit wortwitzigem Storytelling macht sie komplexe Zusammenhänge greifbar und einprägsam – und das neurowissenschaftlich fundiert. Als begeisterte Extrem-Taucherin erschließt sie das Meer der Möglichkeiten als einprägsame Inspirationsquelle.

Von 2021 bis 2023 war sie Vorständin der Vereinigung der Business-Trainer*innen und von 2023 bis 2025 Vizepräsidentin des Chapters Austria der German Speakers Association. Sie ist Autorin u.a. der Bücher „leistungsstark & lebensfroh”, „Tauchen im Ozean des Lebens” und „Aufblühen statt Ausglühen: raus aus dem Stress & rein in den Flow”.
Weitere Infos auf https://vortrag-motivation-humor.de/sowie https://www.monikaherbstrith-lappe.com/

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Herbstrith-Lappe: Mein 1. Chef war auch mein Mentor und hat sich zurecht als meinen geistigen Adoptivvater bezeichnet. Ich war 22 Jahre alt und habe nach Abschluss meines Mathematik- und Physik-Doppelstudiums – mit Notenschnitt 1,0 und 1 Jahr Studienverkürzung – in der Ingenieursausbildung für Berufstätige unterrichtet. Und ich war mit einem Mann verlobt, der mich öffentlich gedemütigt hat. Meinen Chef hat das empört und er hat mir die Rückmeldung gegeben, noch nie einem Menschen begegnet zu sein, der so viel geleistet hat und so wenig Selbstvertrauen hat.
Wie kommt das? Ich bin sehr ambivalent aufgewachsen. Meine Eltern haben mich einerseits sehr gefördert und mir war bewusst Klassenbeste zu sein. An meiner raschen Auffassungsgabe, der Schnelligkeit und Wendigkeit meines Gehirns habe ich nie gezweifelt.

Mein Vater war Sonderschuldirektor, meine Mutter Lehrerin und  für mich stand es als Kind außer Frage, Lehrerin werden zu wollen.
Andererseits bin ich sehr defizitorientiert sozialisiert. „Du kannst nicht singen und nicht turnen, daher kannst du nicht Volksschullehrerin werden.“ hab ich immer wieder gehört und verinnerlicht. Darum bin ich in die Hauptschule gegangen, damit ich sie, wenn ich dort unterrichte, als Schülerin kennengelernt habe. In der Volksschule hatte ich lauter Sehr gut. „Das ist nur, weil die Lehrerinnen deinen Vater kennen.“ habe ich von meinen Mitschülerinnen gehört. „Aber in der Hauptschule wirst du auch schlechtere Noten bekommen.“ von meinen Eltern. Mit 12 Jahren habe ich mitbekommen, dass man Lehramt studieren kann, und mich hat die elektrische Klingel fasziniert. Meine Lösung: Ich studiere Physik. Da muss ich auch nicht singen und nicht turnen. In der Hauptschule hatte ich auch wieder lauter Sehr gut. Mein Vater: „Im Gymnasium wirst du auch schlechtere Noten bekommen.“ Ich ging ins BORG Wr. Neustadt und hatte lauter Sehr gut außer in Leibesübungen. Ich war die erste Schüler*in in der Geschichte des BORGs, die an der Mathemathematik Olympiade teilgenommen hat. Ich habe sogar den 2. Platz bei der Bundesolympiade erzielt. Das hat aber niemand als Erfolg betrachtet. Am wenigsten ich selbst.

Die Rückmeldungen vom Umfeld haben sich verinnerlicht: „Ich gehe in kein richtiges Gymnasium, sondern nur ins BORG. Bei meinem Studium der Mathematik und Physik werde ich zu kämpfen haben“. Ich habe zu studieren bekommen. In den ersten Wochen hörte ich unzählige Male von Professoren: „Was sie bereits aus dem Gymnasium wissen …“. Zunächst die Bestätigung, dass ich wegen meiner schlechten Vorbildung es nicht weiß. Doch dann habe ich mitbekommen, dass es die anderen auch nicht wissen und selbst ich konnte nicht mehr übersehen, dass ich in Mathematik und Physik außergewöhnlich gut war. Studium mit lauter Sehr gut. Noch vor der Matura habe ich mich bereits verlobt, denn den 1. Mann heiratet man. Er und seine Eltern haben mir die Ohren vollgesungen mit „Musterschülerinnen versagen im Leben.“
Mein 1. Chef hat mein Selbstbild schrittweise zurecht gerückt. Und es hat auch viele Studen Psychotherapie gekostet, dass ich mich von dem demütigenden Mann trennen und meine Stärken und Talente würdigen konnte.

Dass ich mir mein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen höchst mühsam erarbeiten musste, ermöglicht mir jetzt, andere Menschen zu ermutigen und zu bestärken, ihr Selbstbewusstsein zu festigen. „Stärken stärken stärkt.“ Ist jetzt mein Credo.

Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?

Herbstrith-Lappe: Es wäre so schön und erleichternd gewesen, wenn sie mich als Mensch hinter meiner Leistung gesehen und mir Verständnis entgegengebracht hätten. Von meinen Mitschülerinnen, auch von denen, die liebend gerne von mir abgeschrieben habe, wurde ich gemobbt. Zum Beispiel haben sie den Burschen mit denen wir in der Tanzschule waren, als erstes über mich erzählt, dass ich die Relativitätstheorie gelesen habe. Die haben dann ihren Klassenbesten zu mir geschickt, der mich gecheckt hat, ob ich sie auch wirklich verstanden habe. Den Test habe ich natürlich bestens bestanden. Aber es ist nicht das, was ich mir als junge Frau in der Tanzschule erwartet habe. Wenn ich mich anvertraut und erzählt habe, dass ich unglücklich bin, habe ich als Antwort bekommen: „Du und unglücklich? Was willst du. Du bist eh so gut in Mathe.“ Mein demütigender Ex-Mann ist mir passiert, weil ich es unbewusst als attraktiv gefunden habe, dass er nicht wusste, dass ich so gut in der Schule bin.

Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Herbstrith-Lappe: Meine Stärke ist auch meine Bürde, nämlich meine Vielseitigkeit. Von Mathematik & Physik, über Psychologie & Neurowissenschaft, bis zu KI- & Zukunftsmanagement. Und das in Kombination mit Humorberatung & Clownerie. Einerseits nutze ich diese breite Spektrum für faszinierende Kombinationen, die Unglaubliches ermöglichen. Andererseits überfordert es viele in einer Zeit, in der spitze Expertise gefragt ist. Es gibt schon das Konzept vom „Neo-Generalisten“ das von Kenneth Mikkelsen und Richard Martin geprägt wurde. Ich bin davon überzeugt, dass das Verbinden von Themen statt Themeninseln gerade in der Ära der Künstlichen Intelligenz wertvoll und nützlich ist. Damit in Zeiten von Suchmaschinenoptimierung erfolgreich Marketing und Social Media zu bespielen, ist für mich sehr herausfordernd.

Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Herbstrith-Lappe: Ich liebe das Zitat von Henry van Dyke: „Nutze die Talente, die du hast. Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.“ Das sollte in jeder Bildungseinrichtung von der Elementarpädagogik über die Universitäten bis zur Erwachsenen-Weiterbildung hängen.
Und mit meinem WortWitz bin ich eine Gegnerin der FORTbildung, weil es nämlich eine HINbildung sein sollte: Es gibt das sehr empfehlenswerte Kinderbuch „Wenn die Ziege schwimmen lernt“. Das meine ich mit FORTbildung, die in die Durchschnittsfalle führt. HINbildung ist hingegen, wenn die Ziege Kräuterkunde lernt, der Affe Klettern übt und der Fisch schwimmen trainiert. Die FC-Bayern Kaderschmiede befolgt übrigens dieses Prinzip: Jede*r Spieler*in trainiert 3 Trainingsschwerpunkte, die auf den jeweiligen Stärken aufbauen.
Ich habe eine Formel der Zuversicht entwickelt:

1. Was ist mir schon gelungen? Insbesondere auch: Was habe ich leicht geschafft?
2. Welche Stärken und Strategien von mir haben sich dabei bewährt? Was ist mein selbstwirksamer Anteil daran?
3. Wie kann ich diese Stärken und Strategien zukünftig für gleiche, ähnlich und auch ganz andere Situationen nutzen?

So können wir vom Alten für Neues lernen. Unsere Gesellschaft im Welt des Umbruchs braucht ganz dringend den Geist von erfahrenen Anfänger*innen, die einerseits Erfahrungsschätze nutzen und andererseits diese an geänderte Umstände anpassen. Ein Generationenmix ist dafür höchst förderlich.

Ausgabe 16: Neues aufbauen!

Bei den Editorials verwende ich immer gerne symbolische Bilder „aus dem Leben“. Das Bild heute stammt aus einer LEGO® Serious Play Session vom 1. Geburtstag des Education Lab in Wien. Wir hatten in der Gruppe einiges zu besprechen!

In der aktuellen Ausgabe heute finden sich wieder einige Tipps – und ein „4-Fragen“-Interview mit Theri Hornich, die eine außergewöhnliche Karriere macht uns ich in mehrfacher Form professionell mit Begabungen und ihrer Förderung beschäftigt.

Sehr erfreulich ist auch, dass uns der Bildungshub Wien nun auch auf die Website (und in den Newsletter) aufgenommen hat.

Schöne Frühlingswochen inzwischen – MACHEN WIR MEHR DARAUS!

4 Fragen an … Theresa („Theri“) Hornich, ehemalige Eishockeytorhüterin und Psychologin

Theri Hornich ist ehemalige Eishockey-Torfrau auf internationalem Spitzenniveau und absolvierte zahlreiche Einsätze für das Österreichische Nationalteam, unter anderem bei Weltmeisterschaften und Olympiaqualifikationen. Parallel zu ihrer sportlichen Karriere absolvierte sie ein Studium der Sportwissenschaften und Psychologie. Heute führt sie eine eigene Praxis mit den Schwerpunkten Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie sowie Sportpsychologie und begleitet Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung.
www.kjf-psychologie.at (demnächst online)

Ab wann im Leben hast Du Deine Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Hornich: Meine sportlichen Talente konnte ich bereits als Kind entfalten – getragen von Spaß, Ehrgeiz und einem Umfeld, das sowohl Leistung als auch Entwicklung gezielt gefördert hat. Im Studium kam eine zweite Phase dazu, in der ich durch Selbstorganisation und die Freiheit, mich mit meinen Interessensgebieten zu beschäftigen, mein Potenzial weiterentwickeln konnte – besonders, weil ich meinen eigenen Weg gestalten und mich unabhängig von festen Strukturen selbst verwirklichen durfte.

Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Dich früher wissen sollen?

Hornich: Dass Entwicklung nicht linear und für alle gleich verläuft. Außerdem, dass Stärken sehr unterschiedlich sein können und oft erst sichtbar werden, wenn man nicht ständig bewertet wird.

Welche Fragen stellen sich für Dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Hornich: Wie viel von Begabung ist angelegt – und wie viel entsteht erst durch Gelegenheit und Umfeld? Und wie viele Talente bleiben unentdeckt, weil sie nicht ins klassische System passen?

Was möchtest Du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Hornich: Mehr Raum für Vielfalt statt Einheitsmaßstäbe: Menschen entfalten sich am besten dort, wo Fehler erlaubt sind und individuelle Stärken bewusst in den Mittelpunkt gestellt werden.

Ausgabe 15: Dabei sein und gestalten

Starke Tagen in München erlebten rund 1.700 Gäste beim Jahrestreffen von Mensa in Deutschland. Der Interviewgast in dieser Ausgabe, Antje Diller-Wolf, war mit dabei. In Lilienfeld in Niederösterreich wiederum sprachen interessierte Pädagoginnen und Pädagogen über „begabende Schulen“, darüber berichtet mit Wolfgang Ellmauer einer der maßgeblichen Organisatoren. Danke für die Beiträge!
Wenn auch Du Themenvorschläge und Inputs hast, freuen wir uns darauf!

MACHEN WIR MEHR DARAUS!

Medientipp: Podcast „Aktiv Zugehört“ – Veränderungsperspektive*2

Coaching-Akademie-Gründer Timo Schlage und Psychotherapeutin Frauke Niehues bringen im gemeinsamen Podcast „Aktiv Zugehört“ (hier der Link zu Spotify) ihre Perspektiven in den Dialog miteinander.
Ihr gemeinsames (kostenloses) Angebot richtet sich an erfahrene Therapeuten und Coaches, angehende Coaches sowie Menschen, die neue Impulse für ihre eigene Entwicklung suchen. Aktuell (April 2026) sind über ein Dutzend Folgen online, darunter einige auch mit externen Gästen wie etwa Maja Storch und Gerald Hüther.

Gastbeitrag: Symposium zur Begabungsförderung in Lilienfeld

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Ellmauer, KPH Wien/Niederösterreich

Von 10.-11. April fand im Stift Lilienfeld (NÖ) das „Symposium zur Begabungsförderung“ statt, das in einer Kooperation des Vereins ECHA (European Council for High Ability), der KPH Wien/NÖ und der PH NÖ veranstaltet wurde. Unter dem Motto „Begabende Schulen gemeinsam gestalten“ nahmen Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Personen der Schulbehörden aus ganz Österreich teil.

Die drei Keynote-Vorträge von Prof. Heinz-Werner Wollersheim (Universität Leipzig), Prof. Katharina Heissenberger-Lehofer (PH Steiermark) und Judita Huber (ISTA Klosterneuburg) thematisierten den Kompetenzerwerb im Kontext von Begabungsförderung, Lesson Studies als Tool der personzentrierten Begabungsförderung und Angebote der Begabungsförderung am Institute of Science and Technology Austria (ISTA).
Zudem wurden neun Themenräume mit Workshops und Vorträgen angeboten (z.B. Begabungsgütesiegel GripS, PERMA.teach, Rolle der Schulleitung in der Begabungsförderung, Wege zur Potenzialentfaltung, Leseförderung, MINT für alle). Den Abschluss des zweitägigen Symposiums bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schulentwicklung durch Begabungs- und Begabtenförderung – Was braucht es dazu?“ mit Vertreter:innen des Ministeriums, der Bildungsdirektion NÖ sowie der beiden niederösterreichischen Pädagogischen Hochschulen.

Über 120 interessierte Lehrpersonen, Schulleitungen sowie Personen der Schulbehörde und außerschulischer Organisationen nahmen an dieser gelungenen Veranstaltung teil. Eine Fortsetzung des Formats in zwei Jahren ist geplant.
Nähere Informationen finden Sie unter https://www.echa-oesterreich.at/cms/index.php/verein/214-1-symposium-zur-begabungs-und-begabtenfoerderung

 

Editorial zu Ausgabe 14: Intelligenz im Test und in der Praxis

Hallo zurück nach den Osterferien!
In den vergangenen Wochen hat sich viel getan – u.a. fand der 1. Community-Event am VISTA mit einer exklusiven Führung durch Christian Bertsch statt. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, die Offenheit und die spannenden Diskussionen!

Neben dem Nachbericht dazu gibt’s in der aktuellen Ausgabe auch ein Fachbeitrag von Stefan Reichel über Intelligenztests, ein kurzes Interview mit Toni Kronke (Teach For Austria) sowie einen Terminhinweis auf die VAN-Konferenz in Göttingen.

Bereits am 8. April startet das Jahrestreffen von Mensa in Deutschland e.V. in München mit über 1.600 Gästen. Das Info-Team hat ein sehr vielseitiges (und ziemlich geniales) Programm zusammengestellt. Nachbericht folgt – in Ausgabe 15 in zwei Wochen!

FACHBEITRAG: IQ – testen, ignorieren oder transformieren?

von Stefan REICHEL (Psychologe, https://thomas-profiling.at)

 

Viele begabte Menschen stehen irgendwann vor der Frage: Soll ich meinen IQ testen lassen? Die Unsicherheit ist groß – was, wenn das Ergebnis enttäuschend ausfällt? Was, wenn der Test nicht das misst, was ich wirklich kann? Die Angst vor dem „Versagen“ bei einer solchen Testung ist weit verbreitet. Doch die entscheidende Frage ist nicht, ob man seinen IQ testen lässt, sondern was man mit dem Ergebnis anfangen möchte.

Ein Zahlenspiel mit Grenzen

Ein IQ-Wert von 130 gilt als Schwelle zur Hochbegabung, doch was bedeutet das wirklich? Im echten Leben macht es kaum einen Unterschied, ob jemand einen IQ von 129 oder 131 hat. Die Einteilung in „hochbegabt“ oder „nicht hochbegabt“ ist eine Grenze, die auf statistischen Normierungen basiert. Intelligenz ist komplexer, als eine einzelne Zahl es abbilden kann. Sie umfasst logisches Denken, Kreativität, emotionale Intelligenz und praktische Fähigkeiten – Aspekte, die ein standardisierter Test nur bedingt erfassen kann.
Dennoch kann ein IQ-Test wertvolle Impulse geben: Er kann Stärken aufzeigen, Unterforderung erklären oder den Weg zu passenden Förderangeboten ebnen. Wichtig ist, den Test nicht als endgültiges Urteil, sondern als einen von vielen Bausteinen der Selbsterkenntnis zu sehen.

Wie und wo testen lassen?

Wer sich für einen IQ-Test entscheidet, sollte auf seriöse Anbieter achten. Qualifizierte Psychologen oder spezialisierte Institute führen standardisierte Tests mit einer guten Normierung durch. Weiters sollte man vor allem darauf achten, in welchem Rahmen man die Testung durchführt und wie gut man sich darauf vorbereitet hat.

Vorbereitung? Es gibt keine „Lernliste“ für IQ-Tests, aber ein paar Tipps helfen:

  • Es gibt im Internet viele Angebote, IQ-Tests durchzuführen und Beispiele zu üben.
  • Ausgeschlafen und entspannt zum Termin erscheinen.
  • Kein Druck – der Test misst Fähigkeiten und nicht den Wert einer Person.
  • Im Vorfeld über den Ablauf informieren, um Nervosität zu reduzieren.

Was tun mit dem Ergebnis?

Ein IQ-Wert allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, wie man ihn nutzt:

  • Schule/Beruf: Bei Unterforderung kann das Ergebnis als Argument für Enrichment-Programme oder spezielle Förderangebote dienen.
  • Selbstreflexion: Stärken und Schwächen bewusst machen – wo liegen meine Talente? Wo möchte ich mich weiterentwickeln?
  • Beratung: Fachleute helfen, die Ergebnisse einzuordnen und passende Fördermöglichkeiten zu finden.

Doch der IQ ist nur ein Puzzleteil. Mindestens genauso wichtig ist die Frage: In welchen Begabungsdomänen bin ich stark? Manche Menschen glänzen in Mathematik, andere in Kreativität, Musik oder sozialer Intelligenz. Ein ganzheitlicher Blick auf die eigenen Fähigkeiten lohnt sich.

Fazit: Ob man seinen IQ testen lässt oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung. Wichtiger als die Zahl ist die Frage: Was möchte ich erreichen – und wie kann ich meine Stärken dafür nutzen? Wer sich darauf konzentriert, findet Wege, sein Potenzial zu entfalten!

Mehr als nur eine Zahl

Wer nicht nur seinen IQ, sondern auch seine Persönlichkeit und Begabungen besser verstehen möchte, findet bei Cebras (www.thecebras.com) ein kostenloses Angebot: Neben einer ersten Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten können Nutzer ihre Persönlichkeitsstruktur und verschiedenen Begabungsbereiche erkunden. Denn wahre Begabung zeigt sich nicht in einer Zahl, sondern darin, wie wir unsere Talente einsetzen – im Beruf, in der Freizeit und im Umgang mit anderen.

Editorial zu Ausgabe 13: Starke Antworten auf Leadership-Fragen

Sabine Herlitschka, eine der bedeutendsten Managerinnen Österreichs, hat die Interview-Fragen zu ihrem Zugang zu Begabung beantwortet. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG und engagiert sich u.a. Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung. Ihre Antworten findest Du unten.

Außerdem wieder dabei: Ein Medientipp (human), ein Event und ein Gastbeitrag. In diesem beschreibt Gerlinde Heil (Gründerin und CEO sciencepool) sehr offen, wie sie als Neurodivergente andere Neurodivergente führt. Das bringt einen zum Nachdenken und vielleicht zum Nachmachen.

Finally: Die Anmeldung zum Community-Event am 25. März ist noch bis Freitag, 20. März, möglich. Mehr dazu in der Story.

Bleiben wir dran!