4 Fragen an … Walter Werzowa (österreichisch-amerikanischer Komponist, Audio-Branding-Pionier und Professor an der mdw)
Univ.-Prof. Walter Werzowa ist ein österreichisch-amerikanischer Komponist, Audio-Branding-Pionier und Professor an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er komponierte unter anderem das ikonische Intel-Logo („Intel Bong“), Filmmusik in Hollywood und Beethovens 10. Symphonie mithilfe von KI. Mit seinem Projekt HealthTunes verbindet er Musik, Wissenschaft und Technologie zu evidenzbasierter „MusicMedicine“. Mehr zu Walter Werzowa hier.
Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Ich habe sehr lange an meinen Fähigkeiten gezweifelt. Ich habe mich stets mit den Besten an der Universität verglichen – und es gibt in jedem Fach immer jemanden, der besser ist.
Trotzdem wusste ich immer, dass ich im musikalischen Umfeld tätig sein will und werde. Rückblickend kann ich sagen, dass gerade diese Zweifel ein großer Antrieb für mich waren.
Ich wünsche jedoch allen Leserinnen und Lesern, dass sie früher Frieden mit ihren eigenen Talenten schließen können.
Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?
Meine Eltern waren immer sehr fördernd, und anspornend, ich wünschte mir sie hätten mit mir musiziert.
Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir nicht nach Perfektion suchen sondern nach Freude in der Umsetzung und dem eigenen Talent finden. Wir müssen auch Raum für “creative accidents” lassen.
Diese ermöglichen oft Quantum Sprünge in der Kreativität.
Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Für mich ist hier das Wichtigste dass wir vom Werten und beurteilen ablassen. Im Zuge der Beurteilung wird vor allem hier mit Europa oft “shaming” eingesetzt dass für Selbstvertrauen und Kreativität so gut wie tödlich ist.
Hier sollten Lehrer, Professoren und Eltern sich selbst analysieren ob sie manchmal unterschwellig diese Waffe einsetzen.

Foto: Evelyne Werzowa
Foto: Sabine Greber-Maier
Thomas Goiser
CERN/Noemí Carabán González;
Thomas Goiser

