4 Fragen an … Rotraud Perner, Juristin, Psychotherapeutin/ Psychoanalytikerin, evangelische Theologin

Rotraud A. Perner ist eine österreichische Juristin, Psychotherapeutin/Psychoanalytikerin, evangelische Theologin und Hochschulpfarrerin im Ehrenamt. Ihr neuestes Buch „Die Parsifal-Frage“ über die Auflösung von Hass und Hochaggressionen über Attentäter und Anschläge ist soeben erschienen. Sie hat es gemeinsam mit ihrem Sohn Roman A. Perner verfasst. Weiterhin ist sie als Therapeutin und Vortragende tätig.
www.perner.info  (Foto: Robin Perner)

Ab wann im Leben haben Sie Ihre Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?

Ab 1975, als ich mit 31 Jahren als Juristin meine erste Beratungsstelle gegründet habe und darauf kam, dass ich erfolgreicher erklären und beraten kann als die Sozialarbeiter:innen.

Was hätten Ihre Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über Sie früher wissen sollen?

Dass man mir mehr Gelegenheit zum Reden und Bereitschaft zum Zuhören bieten sollte – weil es nicht meine Art ist, ums Wort zu kämpfen (heute noch immer).

Welche Fragen stellen sich für Sie – in Bezug auf Begabung – immer noch?

Als mein Berufsanliegen:  Wie kann ich vernachlässigten oder überforderten Menschen Anstoß und Modelle liefern, damit sie ihr Potenzial prosozial verwirklichen können.

Was möchten Sie zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?

Anderen Menschen – besonders den neurodivergenten – wertschätzend zu begegnen – man weiß „auf die Schnelle“ nie, welches Leid und welche Schätze in ihnen stecken. Das erfordert Zeit – und die lohnt sich (zumindest in der Ersparnis von Krankheitskosten).