4 Fragen an … Moacir Schierscher, Student und Präsident des Club Alpbach Liechtenstein
Moacir Schierscher studiert Business Innovation an der Universität St. Gallen und arbeitet parallel im eigenen Familienunternehmen mit. Neben seinem Studium engagiert er sich als Präsident des Club Alpbach Liechtenstein, der jungen Menschen die Teilnahme am European Forum Alpbach ermöglicht und den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fördert. Sein besonderes Interesse gilt unternehmerischen Fragestellungen, Innovation und der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung.
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Ab wann im Leben hast du Talente und Begabungen so richtig entfalten können? Was war dafür ausschlaggebend?
Moacir: Vor allem durch mein Engagement in unterschiedlichen Vereinen habe ich gemerkt, wie wichtig mir Freiräume sind, in denen ich mich selbst einbringen und Verantwortung übernehmen kann. Besonders motiviert mich das Gefühl, mit dem eigenen Einsatz tatsächlich etwas zu bewegen und andere Menschen mit einer Idee, Diskussion oder meiner eigenen Begeisterung anzustecken. Das erlebe ich beispielsweise auch beim Club Alpbach Liechtenstein und am EFA immer wieder.
Was hätten Deine Eltern (bzw. Lehrerinnen/Lehrer) über dich früher wissen sollen?
Moacir: Vielleicht, dass man sich bei Kindern mit einem frühen Urteil nicht zu sicher sein sollte. Nach der Grundschule war ich ein Wackelkandidat fürs Gymnasium und musste eine Übertrittsprüfung machen. Heute weiss ich, dass der akademische Weg sehr gut zu mir passt. Vielleicht sollten wir weniger danach fragen, ob jemand bereits in ein bestimmtes Raster passt, und mehr danach, wohin sich jemand noch entwickeln kann.
Welche Fragen stellen sich für dich – in Bezug auf Begabung – immer noch?
Moacir: Wie viel von dem, was wir als Begabung wahrnehmen, ist tatsächlich individuelles Talent und wie viel entsteht erst dadurch, zur richtigen Zeit auf die richtigen Menschen, Förderung und Möglichkeiten zu treffen? Mich beschäftigt dabei besonders, wie viele Begabungen vielleicht nie sichtbar werden, weil genau diese Gelegenheiten fehlen.
Was möchtest du zu dem Thema Begabungsförderung der Gesellschaft gerne weitergeben?
Moacir: Begabungsförderung bedeutet für mich vor allem, Menschen Möglichkeiten zu geben und ihnen etwas zuzutrauen. Beim Club Alpbach Liechtenstein erleben wir immer wieder, wie viel entstehen kann, wenn junge Menschen ermutigt werden, selbst auf andere zuzugehen, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Oft braucht es gar nicht viel. Manchmal kann schon eine kleine Gelegenheit und ein kleiner positiver Zuspruch einen unerwartet grossen positiven Effekt auslösen.



Harald Schwack



